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Laos...
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Das Land der
Millionen Elefanten ist bis Heute das unbekannteste und am wenigsten
erschlossene Land Indochinas und doch überaus reich an Kultur, Geschichte und
Natur. Die Gastfreundlichen Bewohner, die unbeschreibliche Gelassenheit
ausstrahlen machten das Reisen in Laos zu einen unvergesslichen Ereignis. Die
Hauptstadt Vientiane ist eine beschauliche Provinzhauptstadt mit schönen Tempeln
und Märkten. Das zauberhafte Luang Prabang gehört zu den kulturell
herausragendsten Reisezielen Asiens! |
"Die Landkarte wurde
freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der University of Texas at
Austin"
Wetter und Klima
Vientiane
| Klimatabelle |
Jan |
Feb |
Mär |
Apr |
Mai |
Jun |
Jul |
Aug |
Sep |
Okt |
Nov |
Dez |
|
min. Temp °C |
14 |
17 |
19 |
23 |
23 |
24 |
24 |
24 |
24 |
21 |
18 |
16 |
|
max. Temp °C |
28 |
31 |
33 |
34 |
32 |
32 |
31 |
31 |
31 |
30 |
29 |
28 |
|
Feuchtigkeit % |
77 |
75 |
71 |
74 |
82 |
85 |
87 |
86 |
86 |
82 |
79 |
78 |
|
Regentage
Monat |
1 |
2 |
4 |
7 |
15 |
17 |
18 |
18 |
16 |
6 |
1 |
1 |
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Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: 2005.
Quelle:
Die
Angaben sind eine Zusammenfassung aus verschiedenen Internetseiten und Zeitschriften!
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Klima
In Laos herrscht tropisches Klima mit hohen
Temperaturen, wobei es durch die großen Höhenunterschiede regional zu
starken Temperaturschwankungen kommen kann. Das Klima wird sehr stark
von den Monsunen beeinflusst. Von Mai bis Oktober herrscht der Sommer-
oder Südwestmonsun, der mit starken Niederschlägen und hoher
Luftfeuchtigkeit verbunden ist. In dieser Zeit fällt eine
Niederschlagsmenge von durchschnittlich 1.778 Millimetern, während
zwischen November und Februar durch den Nordostmonsun ein trockenes und
kühleres Klima anzutreffen ist. In den Monaten Mai und April herrscht
feucht-heißes Klima. |
Allgemeines über Indonesien:
Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: 2005!
| Wahlspruch |
Frieden, Unabhängigkeit,
Demokratie, Einigkeit und Wohlstand |
| Amtssprache |
Lao |
| Staatsform |
sozialistische Volksrepublik |
| Hauptstadt |
Vientiane |
| Präsident |
Khamtay Siphandone |
| Regierungschef |
B. Vorachith |
| Fläche |
236.800 km² |
| Einwohnerzahl |
5.800.000 (2004) |
| Bevölkerungsdichte |
24 Einwohner pro km² |
| BIP/Einwohner |
371 US-$ (2004) |
| Unabhängigkeit |
19. Juli 1949 von Frankreich |
| Währung |
Kip = 100 At |
| Zeitzone |
UTC +7 |
| Nationalhymne |
Pheng Xat Lao |
| Kfz-Kennzeichen |
LAO |
| Internet-TLD |
.la |
| Vorwahl |
+856 |
| Die Demokratische Volksrepublik Laos
ist ein Staat in Südostasien. Sie grenzt an China, Vietnam,
Kambodscha, Thailand und Myanmar. Das einzige Binnenland in
Südostasien besitzt eine Gesamtfläche von 236.800 km² und eine
Einwohnerzahl von rund sechs Millionen, Hauptstadt und größte Stadt
ist Vientiane. |
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Geographie
Lage
Der nur recht schmale Südteil von Laos liegt
auf der Indochinesischen Halbinsel zwischen der südchinesischen
Provinz Yunnan im Norden, Vietnam, dessen Nord- und Mittelteil sich
östlich anschließt, Kambodscha, dessen Nordteil südlich angrenzt, und
Thailand, dessen nördlicher Hauptteil westlich von Laos liegt. Der
Nordteil des Landes liegt auf dem eigentlichen südostasiatischen
Festland.
Landschaftsbild
Laos ist das einzige Binnenland Südostasiens
und lässt sich topographisch in zwei Gebiete gliedern: zu einem in ein
von Gebirgen geprägtes Gebiet, das sich in Nord-Süd-Richtung fast
durch das gesamte Land zieht und Höhen von bis zu 2.820 Metern
erreicht, und zum anderen ein kleines Tiefland an der Süd- und
Südwestgrenze zu Thailand, in dieser Region befindet sich die
Hauptstadt Vientiane. Die Gebirgsregion umfasst etwa neun Zehntel des
gesamten Landes, deren höchster Berg ist der Phu Bia mit 2.820 m.
Der bedeutendste Fluss ist der Mekong,
welcher in Tibet entspringt und bei Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam) ins
Südchinesische Meer mündet. Er bildet auf einer Länge von etwa 1.000
Kilometern die Grenze zu Thailand und auch zu Myanmar; insgesamt
berührt er laotisches Territorium auf 1.898 Kilometern. Der größte
Teil des Landes befindet sich im Mekong-Becken und entwässert somit in
das Südchinesische Meer. Nur 12 % des Territoriums, ganz im Nordosten,
entwässern in den Golf von Tonkin. Am Mekong liegt die Hauptstadt
Vientiane und die Stadt Luang Prabang. Andere wichtige Flüsse sind der
Nam Ou, Nam Ngum sowie der Nam Xebanghieng. |
Städte
Die größten Städte in Laos sind (Stand 1.
Januar 2005): Vientiane 196.644 Einwohner, Pakxé 88.463 Einwohner,
Savannakhet 66.552 Einwohner und Luang Prabang 47.510 Einwohner. |
Bevölkerung
Die Bevölkerung von fast sechs Millionen
verteilt sich sehr ungleichmäßig über das Territorium. Die größte
Bevölkerungsdichte weisen die Ebenen am Mekong auf, darunter besonders
die Region um die Hauptstadt. Die bergigen Gebiete im Osten und Norden
sind sehr dünn besiedelt.
Weniger als ein Drittel der Bevölkerung lebt
in Städten. Das größte urbane Ballungszentrum, Vientiane, hat eine
Bevölkerung von schätzungsweise 600.000. |
Volksgruppen
Trotz der relativ niedrigen Bevölkerungszahl
hat das Land eine sehr hohe Vielfalt in seiner ethnischen
Zusammensetzung. Über die genaue Anzahl der ethnischen Gruppen gibt es
immer wieder Diskussionen, da die Unterteilung der Gruppen nach
mehreren Kriterien erfolgen kann.
Die Regierung von Laos unterscheidet die
folgenden drei Gruppen nach ihrem Siedlungsgebiet (und nicht nach
linguistischen Kriterien):
die Lao Loum leben in den Ebenen und vor
allem in Städten. Sie machen ca. 67 % der Gesamtbevölkerung aus.
die Lao Theung leben auf den Hängen der Hügel
und Berge bis in eine Höhe von etwa 1000 Metern. Anteil an der
Gesamtbevölkerung: ca. 22 %. Sie gelten als die Urbevölkerung des
heutigen Laos.
Lao Soung bewohnen die Regionen, die über
1000 Metern Seehöhe liegen und extrem abgelegene Gebiete. Ihr Anteil
an der Gesamtbevölkerung wird auf 10 % geschätzt.
In rein linguistischer Hinsicht gibt es in
Laos vier große Gruppen, nämlich die Lao-Tai, Mon-Khmer,
Tibeto-Birmanische und die Hmong-Yao-Familien. Diese Unterteilung ist
Gegenstand von Diskussionen und Änderungen – bei der Volkszählung 1985
unterschied man noch sechs Sprachfamilien.
Unter den Sprachfamilien werden 47 Ethnien
und 149 Untergruppen unterschieden (1985 waren es 68 Ethnien und mehr
als 800 Untergruppen).
Menschen, die nicht unter diese vier
Sprachgruppen fallen, sind Einwanderer indischer, thailändischer,
chinesischer oder vietnamesischer Herkunft. Deren Anzahl ist aber in
den letzten 50 Jahren stark zurückgegangen. Die meisten verließen Laos
in zwei Wellen – nach der Unabhängigkeit des Landes und nach der
Machtübernahme der Kommunisten. |
Bildung
Laos verzeichnet eine niedrige
Alphabetisierungsrate. So können nur Zweidrittel der Männer und
Eindrittel der Frauen über 15 Jahre lesen und schreiben. Rund 40 % der
Laoten haben noch nie eine Schule besucht, in den nördlichen Provinzen
wie Louang Namtha oder Phongsaly sind es mehr als 60 %. Zweidrittel
der laotischen Kinder brechen vorzeitig die sechs Jahre lange
Grundschule ab, um zum Lebensunterhalt der Familie etwas beitragen zu
können. |
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Gesundheit
Durch Fehlen moderner Einrichtungen zur
Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung ist in ganz Laos Malaria
verbreitet, obwohl das Risiko in und um Vientiane deutlich niedriger
ist als anderswo. Zwischen Mai und Oktober ist das Malariarisiko am
höchsten. Einige der vorkommenden Malariaerreger sind gegen bestimmte
Prophylaxemedikamente bereits resistent. Weitere Krankheiten, die von
Stechmücken übertragen werden, sind Dengue-Fieber und Japanische
Enzephalitis, daneben sind Hepatitis und Typhus weitere gefährliche
Krankheiten, gegen die Touristen zeitig genug vor der Einreise nach
Laos geimpft sein müssen. Auf einen Arzt kommen 5.393 Einwohner. Das
vom Gesundheitsministerium unterhaltene Gesundheitswesen stellt
Einrichtungen zur mobilen Gesundheitsfürsorge und stellt pro 389
Einwohner ein Krankenhausbett zur Verfügung. Die durchschnittliche
Lebenserwartung liegt bei 54 Jahren.
Vorbereitet sein müssen Reisende auch auf
Durchfallerkrankungen sowie Dehydrierung. HIV/AIDS ist in Laos noch
wenig verbreitet, auch wenn offizielle Statistiken nicht zuverlässig
sind. Laos ist jedoch von Ländern umgeben, in denen HIV ein
allgemeines Problem geworden ist. Durch verstärkte Migration innerhalb
Indochinas, etwa laotische Arbeiter in den Nachbarländern oder
ausländische Beschäftigte in Laos, sowie Tourismus und den weiterhin
niedrigen sozialen Status der Frau wird sich HIV wahrscheinlich auch
in Laos weiter ausbreiten, obwohl es Regierungsinitiativen zur
HIV-Aufklärung gibt. |
Sprache und
Schrift
Laos ist, speziell in Anbetracht der
niedrigen Bevölkerungszahl, ein Land mit außerordentlicher
linguistischer Vielfalt, die aber aufgrund der Abgeschiedenheit noch
nicht sehr weit erforscht ist. So ist die genaue Anzahl der
unterscheidbaren Sprachen unbekannt und wird mit 70 bis 120 angegeben.
Die Sprachen gehören zu vier verschiedenen Sprachgruppen:
Tai-Sprachen, deren südwestliche und
nördliche Zweige bereits seit etwa 2000 Jahren auf dem Gebiet des
heutigen Laos gesprochen werden. Die Anwesenheit dieser Sprachen ist
das Ergebnis der Südwestmigration von Tai-Völkern aus Südwestchina vor
etwa 2000 Jahren. Zu den Tai-Sprachen gehört auch die Amtssprache des
Landes, die Laotische Sprache.
Mon-Khmer-Sprachen, die vor der Ankunft aller
anderen Sprachen vorherrschten. Sie sind geographisch am weitesten
verbreitet und weisen die höchste interne Diversität auf. Viele dieser
Sprachen stehen jedoch kurz vor dem Aussterben, andere, speziell im
Norden verbreitete Sprachen, sind fester Bestandteil des Kulturlebens
der dortigen Bevölkerung, wie etwa das Khmu.
Miao-Yao-Sprachen werden in Laos erst seit
etwa 200 Jahren gesprochen, sie kam mit Migranten aus Südwestchina ins
Land.
Tibeto-Birmanische Sprachen
(Lolo-Birmanischer Zweig).
Die Amtssprache in Laos ist Laotisch, welche
eine Tonsprache ist und große Ähnlichkeit zum Thai hat. Sie wird von
etwa 2 Millionen Menschen in Laos als Muttersprache gesprochen, dazu
kommen etwa 20 Millionen Personen in Nordthailand, die einen
Thai-Dialekt sprechen, der sehr ähnlich dem Laotischen ist. Das
Laotische ist zur Kommunikationssprache zwischen den laotischen und
nichtlaotischen Volksgruppen des Landes geworden. Es gibt eine eigene
laotische Schrift, welche mit dem Sanskrit verwandt ist. Es ist ein
phonetisches Alphabet, was bedeutet, dass man die Wörter schreibt, wie
sie ausgesprochen werden. Die Töne werden durch die Kombinationen der
Vokale und Konsonanten und teils durch Diakritika deutlich gemacht.
Obwohl das Laotische Amtssprache ist und die
Regierung versucht, die Benutzung dieser Sprache im ganzen Land
durchzusetzen, beherrscht sie nicht jeder Einwohner des Landes. Das
liegt vor allem an der schwachen Infrastruktur, aber auch an der
Stärke anderer Sprachen, speziell der Hmong-Sprachen. Das Vordringen
des Laotischen geht aber schnell voran, vor allem durch die Medien und
durch Binnenmigration aus dem Bergland in die Ebenen.
Die beiden bedeutendsten Fremdsprachen in
Laos sind Thai und Vietnamesisch. Thai ist für Laoten sehr leicht
erlernbar und ist im Land vor allem durch die thailändischen Medien
präsent, jedoch auch durch laotische Gastarbeiter, die zeitweilig in
Thailand arbeiten. Vietnamesisch wird entlang der Grenze zu Vietnam
gesprochen, um den Grenzverkehr zu erleichtern, daneben gibt es in den
Städten bedeutende Gruppen von Vietnamesen. Die Französische Sprache
ist aufgrund der kolonialen Vergangenheit bedeutend, wird jedoch
zunehmend von Englisch, der offiziellen ASEAN-Sprache, verdrängt. |
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Religion
Die laotische Kultur ist sehr eng mit der
Religion verbunden. Die buddhistischen Tempel bildeten in früheren
Zeiten in jedem Dorf das geistige Zentrum. Das Leben der laotischen
Menschen war von der Religion bestimmt und die meisten Aktivitäten
erfolgten nach dem buddhistischen Kalender. Vientiane und Luang
Prabang sind als Städte der tausend Tempel bekannt und weisen
eine große Anzahl von Beispielen traditioneller Kunst und Architektur
auf. Der Königspalast in Luang Prabang und der That-Luang-Stupa in
Vientiane sind die bekanntesten Nationalheiligtümer in Laos.
Die Hauptglaubensrichtung in Laos ist der
Theravada-Buddhismus, der um 800 in das Gebiet des heutigen Laos kam.
Es ist eine verbreitete Sitte, dass Jungen oder junge Männer ein paar
Tage bis Wochen in einem Tempel als Mönch verbringen. Ebenso haben
viele Familien einen kleinen Altar in ihrem Haus.
Ahnenkult und Animismus sind vor allem in der
Bevölkerung der Gebirgsregionen verbreitet, wobei diese Leute teils
zum Buddhismus übergetreten sind, ohne ihren traditionellen Glauben
aufzugeben.
Kleine Gruppen von Moslems, Christen sowie
Anhänger vietnamesischer und chinesischer Sekten finden sich in den
Städten. |
Geschichte
Archäologische Funde in Huaphanh und Luang
Prabang belegen menschliche Aktivität auf dem Gebiet des heutigen Laos
vor etwa 40.000 Jahren. Siedlungen sesshafter, Landwirtschaft
betreibender Bewohner gab es um 4000 v. Chr., während Funde in
Grabstätten aus der Zeit um 1500 v. Chr. auf eine komplexe,
entwickelte Gesellschaft schließen lassen. Ab etwa 700 v. Chr. wurden
im heutigen Laos Eisenwerkzeuge verwendet, die auf enge Kontakte mit
benachbarten indischen und chinesischen Zivilisationen hindeuten. Die
ersten Bewohner des heutigen Laos werden als Kha-Völker bezeichnet.
Die Kha-Völker besiedelten das Land um 500 n. Chr. und lebten unter
der Verwaltung des Staates Funan.
Die Wurzeln des heutigen Laos führen ins 14.
Jahrhundert, als Fa Ngum das Königreich Lan Xang, das Reich der
Millionen Elefanten, gründete. Das Königreich umfasste das gesamte
heutige Laos, sowie das heutige Nordthailand und Teile Myanmars. Es
erreichte im 17. Jahrhundert unter König Sulignavongsa seine
Glanzzeit, in welcher bemerkenswerte Kulturgüter, vor allem in
Literatur und Dichtung, geschaffen wurden. Handel und Bildung
erreichten in dieser Zeit ein hohes Niveau. Das Lan-Xang-Königreich
existierte bis ins 18. Jahrhundert und zerfiel dann in drei
rivalisierende Dynastien: Luang Prabang, Vientiane und Champasak. Alle
drei waren ständigen Invasionen der mächtigeren Nachbarn aus Burma,
Siam (Thailand) und Vietnam ausgesetzt. Siam erreichte schließlich die
Hoheit über das Gebiet und zwang viele Bewohner von Laos dazu, sich in
siamesischem Gebiet anzusiedeln.
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts erlangten
die Franzosen als Kolonialmacht immer stärkeren Einfluss in Indochina.
Im Jahre 1893 eroberten die Franzosen die linke Uferseite des Mekong
und zwangen Siam zur Anerkennung des Mekong als Grenze. Das heutige
Laos wurde als "Protektorat Laos" in die französische Kolonie
Indochina eingegliedert. Sämtliche Pläne für die wirtschaftliche
Entwicklung des Landes blieben jedoch unverwirklicht. Im frühen 20.
Jahrhundert bildeten sich in Indochina Widerstandsbewegungen gegen die
französische Kolonialherrschaft. Unter anderem gründete Ho Chi Minh
1930 die Kommunistische Partei Indochinas, deren Ziel die Vertreibung
der Kolonialherren war.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Laos vorübergehend
durch Japan besetzt. Nachdem Japan bedingungslos kapituliert hatte und
sich aus dem Land zurückziehen musste, erklärte Laos am 12. Oktober
1945 seine Unabhängigkeit. Es gelangte jedoch wiederum unter die
Herrschaft der Franzosen. Am 19. Juli 1949 wurde der
französisch-laotische Vertrag unterzeichnet, der Laos zu einem
unabhängigen Mitglied innerhalb der
Union Française machen sollte.
Daraufhin spaltete sich die Lao Issara
(Unabhängigkeitsbewegung), da nur ein Teil der laotischen
Unabhängigkeitskämpfer mit diesem Vertrag zufrieden war. In den
folgenden Jahren ging der Einfluss Frankreichs zurück, Wahlen fanden
statt und die USA gewannen an Einfluss. Frankreich unterlag
schließlich in Vietnam und gab am 21. Juli 1954 während der
Indochinakonferenz (Genfer Konferenz) offiziell alle Ansprüche
in Indochina auf, sagte zu, seine Truppen abzuziehen und die
Unabhängigkeit Laos' anzuerkennen, womit Laos schließlich seine
vollständige Souveränität erlangte.
Während des Vietnamkriegs war Laos neutral
und es gab keine offizielle Kriegserklärung der Vereinigten Staaten an
Laos. Trotzdem bombardierten die US-amerikanischen Streitkräfte Laos
massiv, denn der Ho-Chi-Minh-Pfad verlief zu einem bedeutenden Teil
über laotisches Territorium. Es wurden über Laos mehr Bomben
abgeworfen als im Zweiten Weltkrieg auf Deutschland und Japan
zusammen, womit Laos zu den schwerst bombardierten Ländern der Welt
gehört.
Nach dem Ende des Vietnamkrieges übernahmen
die kommunistisch und neutralistisch geprägten Kräfte der Pathet Lao
durch eine unblutige Revolution im Jahre 1975 die Macht und
proklamierten am 2. Dezember 1975 die Demokratische Volksrepublik
Laos. Die Laotische Revolutionäre Volkspartei wurde zur regierenden
Partei des Landes bestimmt und der erste Premierminister, Kaysone
Phomivane blieb bis 1992 in seinem Amt. Durch politische und
wirtschaftliche Repressionen blieb das Land weithin unsicher und
instabil und etwa 10 % der Bevölkerung verließen Laos, vor allem in
Richtung Thailand, Frankreich, USA und Australien.
Aufgrund von schwerwiegenden
Wirtschaftsproblemen leitete Laos ab 1986 unter dem Namen Neuer
ökonomischer Mechanismus eine Öffnungs- und Reformpolitik ein mit
dem Ziel, den allmählichen Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft
zu realisieren. Im Rahmen dieser Reformen wurden
Wirtschaftsliberalisierungen durchgeführt und die Beziehungen zum
Ausland verstärkt.
Auch politische Reformen werden allmählich in
Angriff genommen. So verabschiedete die Volksversammlung am 14. August
1991 die erste Verfassung seit der Machtübernahme der Kommunisten und
seit 1997 ist Laos Mitglied der ASEAN.
Einen nach wie vor ungelösten Konflikt gibt
es in der Sonderzone Saysomboun nordöstlich von Vientiane, wo es noch
heute Freiheitskämpfer gegen die kommunistische Regierung gibt. Diese
rekrutieren sich hauptsächlich aus Mitgliedern der Hmong-Minderheit
und haben sich in die Bergregionen zurückgezogen, wo sie in großer
Armut leben. Wiederholt kommt es jedoch zu Überfällen und Attentaten
in und um Vientiane und an wichtigen Verkehrswegen, denen nicht
zuletzt ausländische Touristen zum Opfer gefallen sind. Andererseits
wird auch von schweren Menschenrechtsverletzungen des Militärs im
Kampf gegen die Aufständischen berichtet. |
Politik
Die kommunistische
Laotische Revolutionäre Volkspartei
(LRVP) regiert das Land seit der Proklamation der Demokratischen
Volksrepublik Laos am 2. Dezember 1975. Erst seit 1991 gibt es eine
Verfassung (Nationalversammlung) und ein Parlament, das seit 1997 99
Sitze hat. Seitdem gilt auch das Prinzip der zentralisierten
Demokratie, das heißt, dass die Nationalversammlung Entscheidungen in
Absprache mit den niedrigeren Verwaltungsebenen fällt.
Legislative
Das Staatsoberhaupt von Laos ist der
Präsident, den die Laotische Revolutionäre
Volkspartei stellt und der in der Regel auch Parteivorsitzender ist.
Der Präsident ernennt den Premierminister und seine Stellvertreter,
Minister, Provinzgouverneure und Bürgermeister der Präfekturen, wobei
er sich alle Personalentscheidungen vom Parlament bestätigen lassen
muss.
Die gesetzgebende Körperschaft ist die Nationalversammlung, ein
Ein-Kammer-Parlament, welches in allgemeinen Wahlen bestimmt wird. Es
gibt pro 50.000 Menschen ein Parlamentsmitglied, wobei es pro Provinz
mindestens drei Parlamentarier geben muss. Es gibt ein allgemeines
aktives
Wahlrecht ab 18 Jahren und ein passives
Wahlrecht ab 21 Jahren. Bei den Parlamentswahlen gibt es in der Regel
mehr Kandidaten als Sitze. Die Nationalversammlung wird für einen
Zeitraum von fünf Jahren gewählt.
Aufgabe des Parlamentes ist es, Gesetzesvorschläge des
Staatspräsidenten, des ständigen Ausschusses der Nationalversammlung,
der Regierung, des Präsidenten des Obersten Gerichtes oder der
Obersten Staatsanwaltschaft zu diskutieren und zu verabschieden. Auch
Massenorganisationen dürfen unter gewissen Voraussetzungen
Gesetzesentwürfe einbringen. Das Parlament ist auch für die
Genehmigung von Wirtschaftsplanung, Budget sowie Änderungen in der
Regierung zuständig. Es wählt den Staatspräsidenten, den
Vizepräsidenten sowie die Präsidenten vom Obersten Gericht und
Staatsanwaltschaft. Es genehmigt auch Personalvorschläge des
Staatspräsidenten.
Exekutive
Der Premierminister ist auch Vorsitzender des Ministerrates und
somit höchster Repräsentant der Exekutive. Er hat eine Reihe von
Stellvertretern (nämlich die Minister für Verteidigung, Finanzen und
Äußeres). Seine Amtszeit ist wie jene der Parlamentsabgeordneten auf
fünf Jahre festgelegt.
Die Verwaltungen der Provinzen und Distrikte haben die gleiche
Struktur wie die Zentralregierung. Die Gemeindevertreter werden
andererseits von der Bevölkerung gewählt und danach vom
Provinzgouverneur formell ernannt.
Judikative
Nominell gibt es in Laos ein oberstes Gericht sowie Gerichte auf
Provinz- und Distriktebene, daneben gibt es noch Militärgerichte.
Ebenso gibt es Staatsanwaltschaften auf Landes-, Provinz- und
Distriktebene.
Die Gesetzgebung in Laos ist jedoch nicht sehr konsistent und Rechtssicherheit ist größtenteils nicht
gegeben. Für die Lösung von Konflikten hat deshalb Schlichtung eine
große Bedeutung, und auf Gemeindeebene liegt dies in der Regel in der
Verantwortung der Dorfältesten. |
Administrative
Gliederung
Laos gliedert sich in 16 Provinzen (khoueng),
eine Präfektur (kampheng nakhon) sowie eine Sonderzone (khetphiset).
Darunter folgt eine Unterteilung in etwa 140 Distrikte und über 11.000
Gemeinden. |
Infrastruktur
Laos verfügt über 13.000 Kilometer Straße,
wovon jedoch nur etwa 1.700 asphaltiert sind. Die wichtigste
Straßenverbindung ist die Nationalstraße 1, die von Pak Mong im Norden
nach Khong im Süden führt und dabei die wichtigen Städte Luang
Prabang, Vientiane, Savannakhet und Champasak quert.
Öffentlicher Verkehr mit Bussen ist momentan
noch selten anzutreffen, lediglich zwischen Vientiane und Pakse
verkehren regelmäßige Linienbusse. Ansonsten sind aufgrund schlechter
Straßenverhältnisse eher Lkw mit Holzsitzen anzutreffen. Die Fahrzeit
kann je nach Witterungslage und technischem Zustand des Fahrzeuges
länger oder kürzer dauern.
Der Luftverkehr wird von der staatlichen Lao
Aviation dominiert. Sie bietet Flüge in die Nachbarländer sowie
Inlandsflüge an. Die Linie ist jedoch hoch verschuldet, da die
Ticketpreise zu niedrig sind, um die Kosten zu decken. Der Service und
auch die Sicherheit erreichen nicht westliche Standards. Lao Aviation
wird deshalb in Zusammenarbeit mit europäischen Beratern
restrukturiert und neu ausgerichtet. Es wurde ein Joint Venture
gegründet, um neue Flugzeuge zu beschaffen. Der für Besucher
interessanteste Weg, per Flugzeug nach Laos zu gelangen, ist über
Bangkok, von wo es regelmäßig Verbindungen nach Vientiane gibt. Andere
Verbindungen werden häufig storniert.
Es gibt in Laos keine Eisenbahn, aber Pläne,
Vientiane über die Thai-Lao-Freundschaftsbrücke an das thailändische
Eisenbahnnetz anzubinden.
Laos verfügt über einige schiffbare Flüsse,
allen voran der Mekong, der auf etwa 1.300 km schiffbar ist. Durch
Stromschnellen und einen Wasserfall hat der Mekong jedoch nur eine
begrenzte Bedeutung für den Verkehr. Andere für den Transport wichtige
Flüsse sind Nam Ou, Nam Khan, Nam Tha, Nam Hgur sowie Se Don. Auf den
laotischen Wasserwegen ereignen sich überdurchschnittlich viele
Unfälle.
Das Telefonnetz von Laos deckt nach wie vor
nicht das ganze Land ab. Die Zahl der Telefonanschlüsse ist mit etwa
30.000 auch sehr niedrig. Direkte Telefonverbindungen von und nach
Laos gibt es noch nicht sehr lange und sind sehr teuer. Laos hat vier
GSM Mobilfunk Netze, die derzeit Ballungsgebiete und Teile der
Verkehrswege, zum Beispiel den Mekong auf vielbefahrenen Routen
abdecken. Roaming ist seit kurzem möglich.
Internet ist in Laos ebenfalls nicht
besonders weit verbreitet, etwa 60 % der Internetbenutzer sind
Ausländer, und nur 14 % der User befinden sich außerhalb der
Hauptstadt Vientiane. Laoten gehen meist in Internet-Cafés online.
Die laotische Post gilt als ineffizient,
Briefe vom Ausland nach Laos können mehrere Wochen benötigen. |
Wirtschaft
Seit 1986 versucht die laotische Regierung,
im Rahmen des New Economic Mechanism (NEM) die ehemals
planwirtschaftlich organisierte Ökonomie des Landes in eine
Marktwirtschaft umzuwandeln. So wurden nach und nach Preisbindungen
und Subventionen abgeschafft, der Wechselkurs des Kip an den Marktkurs
angepasst, ein Bankensystem nach westlichem Vorbild eingeführt und
private Wirtschaftstätigkeit gefördert. Mit dem Aufbau von
Institutionen, die die Marktwirtschaft regeln, wie etwa das Rechts-
und Verwaltungssystem, wurde begonnen.
Die Währungseinheit in Laos ist der neue Kip.
Der Warenaustausch in den ländlichen Gebieten erfolgt aber meist im
Tauschhandel; die Geldwirtschaft beschränkt sich auf die Städte. Die
Handelsbilanz ist negativ. Die wichtigsten Exportprodukte sind Holz,
Kaffee, Stromenergie und Zinn. Außerdem werden Kaffee, Benzoin, Harze,
Kardamom, Leder und Häute ausgeführt. Importiert werden chemische
Produkte, Kraftfahrzeuge, Maschinen, elektrische Anlagen, Stahl und
Baumwolle. China, Thailand und Japan sind die wichtigsten Abnehmer
laotischer Waren. Thailand, China, Japan und Singapur sind die
wichtigsten Lieferanten.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug 2002
1,5 Mrd. Euro, das Pro-Kopf-Einkommen lag 2001 bei 275 Euro. Das
BIP-Wachstum belief sich in den vergangenen 15 Jahren auf jeweils
sechs bis acht Prozent, wobei sich während der Asienkrise das Wachstum
vorübergehend auf vier Prozent verlangsamte. Der Großteil des
Wachstums kommt aus der Landwirtschaft, dem Export von Textilien, Holz
und Holzprodukten, der Elektroenergie sowie ausländischen
Investitionen (Entwicklungshilfe oder FDI). |
Landwirtschaft
Laos ist ein Agrarstaat, ca. 80 Prozent der
Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Sie erwirtschaften damit
etwa 50 % des laotischen BIP. Besonders für die Landwirtschaft
geeignet sind die Schwemmebenen des Mekong und seiner Nebenflüsse
sowie das Bolavens-Plateau in Südlaos. Die Böden in anderen Regionen
des Landes sind weniger fruchtbar.
Die gesamte landwirtschaftliche Aktivität
befindet sich in Privathänden. Viele der Haushalte betreiben
Subsistenzwirtschaft, insbesondere in den abgelegenen Gebieten, wo
fehlende Infrastruktur den Zugang zu den Märkten verwehrt. Reis ist
das Hauptprodukt der landwirtschaftlichen Produktion und macht etwa
40 % des gesamten produzierten Volumens aus. Nur 10 % der produzierten
Menge wird auf den Märkten verkauft, der Rest wird von den Bauern
selbst konsumiert. Laos verfügt bei Reis über eine sehr hohe
Artenvielfalt, etwa 3000 bis 4000 Sorten sind bekannt, von denen die
meisten zu Klebreis-Sorten gehören.
Neben Reis werden Mais, Kartoffeln, Yams,
Mungo- und Sojabohnen, Erdnüsse, Baumwolle, Zucker, Kaffee und Tee
angebaut.
Die Landwirtschaft wird nur in den Ebenen des
Mekong intensiv betrieben. Dort liegen auch die 12 % des Ackerlandes,
die künstlich bewässert werden können. Besonders in den abgelegenen
Gebieten werden weder Pestizide noch Düngemittel verwendet und es gibt
auch keine Bewässerung. Die Reisproduktion ist aus diesen Gründen
niedriger als in den Nachbarländern. Etwa 2,2 Millionen Tonnen wurden
im Jahr 2000 geerntet, womit sich das Land in punkto Reis selbst
ernähren kann.
Die Viehzucht erwirtschaftet etwa ein Fünftel
des BIP, obwohl sie nur extensiv und mit wenig Aufwand betrieben wird.
Die Bauern erleiden häufig Verluste, wenn ihre Tiere mangels
veterinärmedizinischer Betreuung sterben oder das Fleisch nicht zum
Verkauf geeignet ist. Das Wachstumspotential in diesem Bereich ist
jedoch sehr hoch. Ähnliches gilt für die Fischproduktion.
Laos ist ein potentieller Exporteur von
Lebensmitteln, betrachtet man seine relativ geringe
Bevölkerungsdichte. Dem stehen momentan jedoch die
subsistenzorientierte Wirtschaftsform, die nicht vorhandene oder
mangelhafte Infrastruktur, die schlechte Ausbildung der Bauern sowie
das Fehlen von Finanzinstitutionen im Land entgegen.
Etwa die Hälfte des Landes ist mit Wald
bewachsen, worunter sich auch tropische Edelhölzer befinden, die für
die Herstellung von Möbeln Verwendung finden. Daneben werden aus dem
Wald Gewürze, etwa Kardamom, Rattan, Medizin und Baumharze gewonnen. |
Industrie
Die Industrie ist kaum entwickelt. Die
wirtschaftliche Entwicklung wird stark beeinträchtigt durch eine
schlecht ausgebildete Bevölkerung, kaum verfügbares in- und
ausländisches Kapital. Die wichtigste Industrie ist die Gewinnung von
Strom aus Wasserkraft, wobei momentan mehrere kleinere Kraftwerke in
Betrieb sind und mehrere weitere in Planung. Die Stromerzeugung ist
ausnahmslos in der Hand der staatlichen Electricité du Laos.
Daneben werden in geringem Umfang Textilien
erzeugt sowie Holz verarbeitet. Etwa 90 % der Industrie- und
Handwerksbetriebe sind Kleinstbetriebe. Die größeren Unternehmen waren
bis vor kurzem reine Staatsunternehmen oder wurden von staatlichen
Organisationen, wie etwa dem Militär, kontrolliert.
Das Wachstum der Industrieproduktion hat sich
seit der Asienkrise verlangsamt, was vor allem auf die schlechter
gewordenen Exportmöglichkeiten zurückzuführen ist, die durch den sehr
kleinen Binnenmarkt nicht kompensiert werden können. Zudem ist das
Finanzsystem unterentwickelt: drei Staatsbanken dominieren den Markt,
haben jedoch hohe Summen an faulen Krediten, die sie illiquid machen.
Die Banken wurden zwar schon einmal rekapitalisiert, jedoch hat eine
schlechte Kreditkultur und besonders das Leihen an staatliche
Industriebetriebe dazu geführt, dass sich neue faule Kredite
angesammelt haben. |
Außenhandel
Die wichtigsten Exportgüter sind Strom aus
den Wasserkraftwerken (20 % der Exporte), Holz und Holzprodukte sowie
Kaffee. Zu den wichtigsten Importgütern zählen Nahrungsmittel,
Maschinen, Fahrzeuge und andere Industriegüter. Der Außenhandel,
speziell der Export, wird durch den Mangel an Infrastruktur, die
relativ weiten Transportwege (Laos ist ein Binnenland) und durch das
Fehlen von gut ausgebildeten Arbeitskräften gebremst.
Laos importiert mehr, als es exportiert. Das
entstehende Leistungsbilanzdefizit wird durch Kapitalzuflüsse
ausgeglichen, die teils als Entwicklungshilfe oder als ausländische
Investitionen kommen. Größte Investoren in Laos sind die Nachbarländer
Thailand, China und Vietnam.
Um die einseitige Abhängigkeit von
thailändischen Exporthäfen zu bekämpfen, kooperiert Laos verstärkt mit
vietnamesischen Häfen. |
Tourismus
Laos ist, im Gegensatz zu Thailand und
zunehmend auch Kambodscha oder Vietnam, noch weitgehend unberührt von
Touristen. In Laos gibt es kaum touristische Infrastruktur, außerdem
gibt es um 10 Uhr abends eine Sperrstunde. Diese Tatsachen machen das
Land für Pauschaltouristen unattraktiv. Trotzdem ist der Tourismus
einer der aufstrebenden Wirtschaftszweige und Devisenbringer, so setzt
man in Laos auf den sanften Öko- und Kulturtourismus.
Auf den asphaltierten Straßen gibt es
regelmäßige Busverbindungen. In den abgelegeneren Regionen fahren
vorrangig Kleintransporter mit Pritschenaufbau und zwei Sitzbänken
(Songthaow genannt). Je nach Straßenzustand und Wetter kann die
Reisedauer stark variieren.
Auf dem Mekong existieren verschiedene
Beförderungsmöglichkeiten. Regelmäßig fahren Boote von Huay Xay über
Luang Prabang nach Vientiane auf dem Mekong. Diese Reise dauert drei
Tage Übernachtung in Pakbeng und Luang Prabang. Außerdem sind
Schnellboote unterwegs, die diese Strecke in nur einigen Stunden
bewältigen. Allerdings sind einige Unfälle dieser Schnellboote
bekannt. Die Passagiere müssen daher Schutzhelme tragen. |
Drogenproblematik
Mit Opium sind die Bewohner des heutigen Laos
seit dem 18. Jahrhundert vertraut, als der Opiumhandel mit den
Chinesen sowie die Opiumabhängigkeit in das Land kamen. Das Wissen
über die Produktion von Opium kam im frühen 19. Jahrhundert mit den
einen wandernden Hmong nach Laos. Ab 1899 ließ die französische
Kolonialverwaltung in Vietnam und später auch in Laos Opium
produzieren.
Opium und andere Drogen sind aus
verschiedenen Gründen bis heute in Laos sozial anerkannt. Für Bauern
stellt die Opiumproduktion eine wichtige Einkommensquelle dar. Opium
ist bedeutend im lokalen Tauschhandel und es kompensiert zu niedrig
ausgefallene Reisernten. Daneben hat Opium eine hohe Bedeutung in der
traditionellen laotischen Medizin.
In den frühen 1970er Jahren wurde die Anzahl
der opiumabhängigen Laoten auf 50.000 geschätzt. Im Jahr 1971 wurde
die Produktion von Opium verboten, jedoch wurde in der Folge Heroin
sofort verfügbar. Für 1992 wurde geschätzt, dass etwa zwei Prozent der
Bevölkerung Opiumabhängig waren. 60 Prozent der Abhängigen waren
Bewohner der bergigen Regionen im Norden des Landes (v.a. Angehörige
der Akhas, Hmong, Yao, Lantan, Lahu), wo der pro- Kopf-Verbrauch
zwischen 1,3 und 1,8 Kilogramm und Jahr liegt. Für 1995 wurde
geschätzt, dass Laos 80 Tonnen Opium für den eigenen Verbrauch
produzierte und weiterhin 40 bis 60 Tonnen exportierte. Damit war Laos
nach Afghanistan und Myanmar die drittwichtigste opiumproduzierende
Nation.
Erst seit 1996 sind Produktion, Handel und
Gebrauch von Opium strafbar. Trotzdem wurde für 2001 eine Zahl von
58.000 Drogenabhängigen geschätzt. In zunehmendem Maße werden neben
Opium auch Heroin, Amphetamine und Klebstoffe konsumiert.
Die Regierung von Laos versucht in
Zusammenarbeit mit dem UNDP und Nichtregierungsorganisationen, das
Problem des Drogenmissbrauches zu bekämpfen. Schwerpunkte werden dabei
darauf gelegt, den Produzenten von Opium eine alternative
Einkommensquelle zu bieten. Parallel dazu werden Bildungsprogramme in
den betroffenen Regionen durchgeführt. Es werden Projekte zur
Vorbeugung und Behandlung von Drogenmissbrauch, die im Einklang mit
der lokalen Kultur stehen, gestartet. Daneben gibt es Maßnahmen zur
Durchsetzung des Gesetzes des Opiumhandels. Ziel ist es, im Jahr 2015
drogenfrei zu sein. |
Kultur
Medien
In Laos herrscht eine strenge Zensur und
staatliche Kontrolle der Medien. Die laotische Nachrichtenagentur ist
die "Khaosan Pathet Lao"
Feiertage
Wichtigste Feiertage
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Datum |
Name |
Anmerkungen |
| 1. Januar |
Neujahr |
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| 6. Januar |
Pathet Lao Tag |
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| 20. Januar |
Tag der Armee |
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| 22. März |
Tag der Partei |
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| Mitte April |
Lao Neujahr |
Wasserfest |
| 1. Mai |
Tag der Arbeit |
|
| 1. Juni |
Tag der Kinder |
|
| 13. August |
Lao Issara |
|
| 2. Dezember |
Unabhängigkeitstag |
|
Zu den offiziellen Feiertagen in Laos gehören
Neujahr (1. Januar); Pi Mai, das laotische Neujahr, welches
nach dem Mondkalender berechnet wird, findet meistens im Mai statt.
Der Tag der Arbeit (1. Mai) und der Nationalfeiertag (2.
Dezember) werden mit aufwendigen Feierlichkeiten verbracht. Fällt ein
Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag, so wird er auf den
vorhergehenden oder den nachfolgenden Arbeitstag verlegt.
Religiöse Feiertage sind Boun Bang Fai,
an dem die Geburt, Erleuchtung und den Tod Buddhas gefeiert werden,
Khao Phansa, der den Beginn der buddhistischen Fastenzeit
einläutet (Juli) und Ork Phansa, den Ausklang der Fastenzeit
(Ende Oktober). Zu diesen Anlässen findet meist eine Feier, die die
Laoten basi oder sukhwan nennen, statt. Bei diesen
Feiern werden Opfergaben (Essen und Reiswein) beigebracht. Bei der
sogenannten Schnurbindezeremonie wünschen sich Freunde
Gesundheit und Wohlstand, indem sie sich Schnüre um die Handgelenke
wickeln. |
Umwelt
Durch großflächige Entwaldungen in den
letzten Jahrzehnten sank der Grundwasserspiegel in manchen Gebieten,
was zu einer prekären Trinkwassersituation in Laos sorgt. Zudem sind
durch die Vernichtung des Lebensraumes von Flora und Fauna eine
Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Im Jahr
1996 galten 68 Arten von Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Fischen
als gefährdet. Mittlerweile sind jedoch etwa 14 % des Territoriums
geschützt. Der Wald ist vor allem durch die Holzgewinnung, durch
Rodung zur Ackerlandgewinnung und durch die Brennstoffgewinnung
gefährdet, wobei etwa 8 % des Energiebedarfs des Landes mit Holz
gedeckt werden. Der jährliche Waldverlust wird auf etwa 300.000 Hektar
geschätzt.
Ein großes Umweltproblem von Laos sind
Blindgänger, die aus dem Vietnamkrieg stammen. Sie machen das Land zu
einem der Staaten mit den größten Mengen an nicht explodiertem
Kriegsmaterial im Boden. Von den mehr als 2 Millionen Tonnen an
Bomben, die zwischen 1964 und 1973 über Laos abgeworfen wurden, sind
bis heute etwa 50 % des Territoriums betroffen. Für einen
landwirtschaftlich geprägten Staat wie Laos stellt dies ein großes
Problem dar, und es werden regelmäßig Menschen durch Blindgänger
verletzt oder getötet. Das UXO-LAO-Projekt, welches sich mit
der Aufklärung der Bevölkerung und der Beseitigung von Blindgängern
beschäftigt, ist einer der größten Arbeitgeber des Landes und wird von
der UNDP, einigen Industriestaaten sowie von Hilfsorganisationen
finanziert. |
Literatur
Harry Thürk: Operation Mekong (1988), ISBN
3-360-00168-0. Roman.
Michael Schultze: Die Geschichte von Laos
(1998), ISBN 3-8890-136-4.
Ann Helen u. Walter Unger: Laos-Land zwischen
gestern und morgen (1999), ISBN 3-7774-8390-7.
Heinz Kotte/Rüdiger Siebert: Laos, Aufbruch
am Mekong (2002), ISBN 3-895021-50-4. Aktuelles aus Gesellschaft und
Politik.
Tom Robbins: Villa Incognito (2003), ISBN
3-498-05770-7. Roman.
Martin H. Petrich: Vietnam, Kambodscha, Laos
(2004), ISBN 3-7701-4398-1. Kunst-Reiseführer.
Michael Schultze: Laos-Handbuch (2004), ISBN
3-8317-1363-4. Reiseführer.
Michael Schultze: KulturSchock Laos (2005),
ISBN 3-831712-96-4.
N. J. Enfield: Laos – Language situation.
Language and Cognition Group, Max Planck Institute for
Psycholinguistics Nijmegen. Mit langer Bibliographie zum Thema.
Asian Harm Reduction Network: The Hidden
Epidemic. March 1998, pp 80ff. |
Weblinks
Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen
Amtes: Laos
Nachrichtenagentur KPL.
Webseite der Botschaft von Laos in Washington,
D.C./USA.
Webseite der staatlichen Tageszeitung.
Wikitravel.
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