Republik Indonesia
Republik Indonesien
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Amtssprache |
Bahasa Indonesia |
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Hauptstadt |
Jakarta |
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Staatsform |
Präsidialrepublik |
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Präsident |
Susilo Bambang Yudhoyono |
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Fläche |
1.912.988 km² |
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Einwohnerzahl |
241.973.879 (Stand: Juli 2005) |
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Bevölkerungsdichte |
111
Einwohner pro km² |
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BIP/Einwohner |
954 US-$
(2004) |
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Währung |
Rupiah |
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Zeitzone |
+7 UTC
bis +9 UTC |
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Nationalhymne |
Indonesia Raya |
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Kfz-Kennzeichen |
RI |
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Internet-TLD |
.id |
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Vorwahl |
+62 |
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Die Republik Indonesien (indon.
Indonesia) wurde am
17. August 1945
proklamiert und am
27. Dezember 1949
unabhängig. Der Name Indonesien setzt sich aus dem
lateinischen Wort indus für Indien
und dem
griechischen Wort nesos für Insel zusammen.
Geografie
Die
äquatoriale Inselkette ist bezüglich Fläche und Einwohnerzahl
der größte Staat
Südostasiens und der größte
Inselstaat sowie mit etwa 240 Millionen Einwohnern die
viertgrößte Nation der Welt. Die Landfläche Indonesiens verteilt
sich auf rund 17.508 Inseln
(von denen rund 6000 bewohnt sind). Indonesien erstreckt sich in
nord-südlicher Ausdehnung von etwa 6° nördlicher Breite bis 11°
südlicher Breite über rund 1.875 km, in west-östlicher Ausdehnung
von 95° bis 141° östlicher Länge über mehr als 5.000 km.
Nördlich von Indonesien liegen
Malaysia,
Singapur, die
Philippinen und Palau,
östlich
Papua-Neuguinea, südlich
Australien und der
Indische Ozean, letzterer liegt auch westlich von Indonesien.
Gegen die
Malaiische Halbinsel mit dem westlichen Malaysia und Singapur
wird Indonesien durch die
Straße von Malakka abgegrenzt und Richtung philippinische Inseln
durchläuft die Grenze die
Celebes See.
Das indonesische Inselreich durchzieht eine große Anzahl von
Meerengen, flachen
Nebenmeeren und
Seebecken. Im Norden führt eine der wichtigsten Wasserstrassen,
die
Straße von Malakka, von der
Andamanensee in die
Karimata-Straße, die nördlich in das
Südchinesische Meer führt und südlich in die
Javasee. Die Javasee ist zentral gelegen und ist im Süden über
Meerengen, wie die
Sunda- oder
Lombokstraße, mit dem indischen Ozean verbunden. Von der Celebes
See zieht die
Straße von Makassar in östliche Javasee und die
Floressee, die an die
Bandasee mit den Gewürzinseln angrenzt. Weitere kleine
Meergebiete liegen südlich. Über dem indonesischen Teil der Insel
Neuguinea liegt im Norden der
Pazifik und südlich die Richtung Australien die
Arafurasee und weiter östlich die
Timorsee.
Zu Indonesien gehören die
Großen (außer dem Nordteil Borneos) und die
Kleinen Sunda-Inseln (außer
Osttimor) sowie die
Molukken, und damit der größte Teil des
Indonesischen Archipels, außerdem gehört die Westhälfte
Neuguineas (West-Papua,
ehemals Irian Jaya) zu Indonesien. Damit liegt Indonesien
nicht nur in Asien,
sondern hat auch Anteil an
Ozeanien.
Die Hauptstadt
Jakarta hat etwa 11 Mio. Einwohner und liegt auf der Hauptinsel
Java, auf der mehr als die Hälfte der Einwohner des Landes lebt.
Flächenmäßig größer als Java sind Kalimantan (Borneo,
im Norden liegen Ost-Malaysia
und
Brunei),
Sumatra und
Sulawesi. Weitere bekannte Inseln sind das touristisch
interessante Bali
sowie
Komodo, die Heimat des
Komodowarans. Durch das umstrittene Projekt
Transmigrasi (siehe Literaturhinweis) wurde versucht, das
Problem der Bevölkerungskonzentration auf der Insel Java zu lösen,
was vor allem auf Borneo und Sulawesi zu schwerwiegenden
Zusammenstößen mit der heimischen Bevölkerung führte.
Das Land ist vulkanisch geprägt und dadurch sehr gebirgig. Ein
Ausläufer des
Pazifischen Feuerrings verläuft quer durch Indonesien und führt
zu teilweise großer seismologischer Aktivität. Trotz der Bedrohungen
durch
Seebeben und die häufig noch aktiven Vulkane (zuletzt waren am 8.
Juni
2004 der Mount Bromo sowie einen Tag später der Mount Awu
ausgebrochen – zwei Tote, fünf Verletzte) sind einige Inseln,
hauptsächlich Java, dicht besiedelt, da der Boden fruchtbar ist und
eine intensive landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht.
Die größte Erdbebenkatastrophe der jüngeren Geschichte
Indonesiens war das
Erdbeben im Indischen Ozean am 26. Dezember 2004. Als am frühen
morgen gegen 7.58 Uhr die Erde vor der Nordwestküste
Sumatras bebte, werden bereits viele Orte schwer beschädigt. Es
war das drittstärkste
Erdbeben welches jemals gemessen wurde. Nur ca. 15 Minuten
später wurden die Menschen, vor allem an der Westküste und in der
Region um
Banda Aceh, von einem bis zu 15 Meter hohem
Tsunami überrascht. In wenigen Minuten wurden ganze
Küstengebiete dem Erdboden gleich gemacht. Es starben allein in
Indonesien über 170.000 Menschen.
Flora und Fauna Indonesiens sind tropisch. Quer durch das Land
läuft die
Wallace-Linie, die Fauna und Flora biologisch zwischen Asien und
Australien trennt.
Entstehung des Archipels
Die Gegend des modernen Indonesiens entwickelt sich ab dem
Pleistozän, wo die heutige Inselregion noch mit dem asiatischen
Festland verbunden war. Das Archipel entstand dann während der
Tauperiode nach der ersten
Eiszeit.
Klima
Das Klima Indonesiens ist
tropisch mit relativ gleich bleibenden Temperaturen um 27 °C in
Meereshöhe. Geringfügige Abweichungen von diesem Wert werden vom
Zenitdurchgang der Sonne verursacht. Die Niederschläge werden
vor allem durch
Monsunwinde hervorgerufen; dabei fallen im westlichen Teil des
Archipels ganzjährig hohe Niederschläge, während im östlichen Teil
der Südwest-Monsun relativ trocken ist, da die herangeführten
Luftmassen aus dem trockenen Australien stammen und dort nur wenig
Feuchtigkeit aufnehmen konnten.
Klimadiagramm Medan (Sumatra).
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Klimadiagramm Surabaya (Java).
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Klimadiagramm Balikpapan (Kalimantan).
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Klimadiagramm Ujung Pandang (Celebes).
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Bevölkerung
Religion
88,2 % der Indonesier sind
Muslime. Praktisch alle gehören der sunnitschen Richtung an. Es
gibt in Indonesien insgesamt nur etwa 100.000 Schiiten. Viele
Indonesier praktizeren eine synkretische Form des Islam. Anhänger
dieser Form nennen sich selbst
Abangan. Vorallem in zentral und Ostjava ist diese Form des
Islams wo alte javanische und hindustische Traditonen noch eine
große Rolle spielen heute noch verbreitet. Früher war sie in ganz
Indonesien verbreitet. Heute bezeichnen sich nur noch 30 % als
Abangan.
Mit über 213 Millionen Moslems ist Indonesien der größte
islamische Staat (Anzumerken ist jedoch, dass manche Völker in
Indonesien aufgrund der Staatsideologie den Islam zwar als ihre
offizielle Religion angeben, jedoch
Animismus praktizieren.)
Etwa 8,9 % der Bevölkerung sind Christen (5,9 % evangelisch, 3 %
röm.-kath). Die christliche Kirche in Indonesien ist jung, da das
Christentum erst im 17. Jahrhundert (durch niederländische und
portugiesische Missionare) auf Indonesien Fuß fasste. Besonders der
Osten von Indonesien (Nusa Tenggara Timur) ist heute christlich
geprägt. Auch im Norden von Sumatra und Maluku sowie in Teilen von
Sulawesi gibt es christliche Minderheiten. 1,8 % der Bevölkerung
sind Hindus (Bali, Lombok) und 1 % Buddhisten (meist Angehörige der
chinesischen Minderheit).
Islam in Indonesien
Der
Islam erreichte Indonesien erstmals im 10. Jahrhundert. Um 930
wurde in der Region Aceh das erste Sultanat gegründet. Lange Zeit
blieb es dabei. Erst im 15. Jhd breitete sich der Islam durch
indische und arabische Händler erst in
Sumatra aus und erreichte Anfang des 16. Jahrhunderts auch
Java. Viele damalige Fürsten - und mit ihnen die Bevölkerung -
konvertierten daraufhin zum sunnitischen Islam. Im 17. und 18.
Jahrhundert erreichte der Islam auch die übrigen indonesischen
Inseln (z.B Sulawesi).
Auf Java wurde der Islam durch die neun Gesandten Gottes, den
Wali Songo (Wali= Oberhaupt, Songo= jav. Neun), verbreitet. Obwohl
erwiesen ist, daß sie tatsächlich gelebt und auf Java gewirkt haben,
dürfte das Meiste der über sie überlieferten Geschichten in das
Reich der Sage fallen. Die Wali Songo gründeten überall auf Java
Moscheen und islamische Schulen, die Pesantren oder Pondok
Pesantren. Diese Wirkungsstätten der Wali sind bis heute das Ziel
von jährlichen Pilgerfahrten indonesischer Muslime.
Obwohl die Wali Songo reinen Islam, getreu den Buchstaben des
Korans, lehrten, haben sich mit ihrer Duldung auch Traditionen,
besonders in Zentral - und Ostjava erhalten, die eigentlich der
Lehre des Islam widersprechen. Bestes Beispiel hierfür ist das „Wayang“,
das berühmte indonesische
Schattenspiel.
Insgesamt kann man sagen, daß es den Wali Songo zu verdanken ist,
dass der in Indonesien praktizierte Islam liberaler ist als der in
vielen arabischen Ländern. Die Mehrheit der indonesischen Muslime
akzeptiert die verschiedenen Religionen und Kulturen in ihrem Land.
Neben den Wali Songo gab es noch einen zehnten Prediger des Islam,
Sheikh Siti Jenar. Siti Jenar war ursprünglich ein Schüler der Wali
Songo, begann aber, den Islam völlig neu auszulegen und begründete
eine eigene Lehre. Nachdem die Wali vergeblich versucht hatten, Siti
Jenar zu bekehren, wurde er zum Tode verurteilt und enthauptet.
Offiziell gehört Siti Jenar nicht zu den Wali, dennoch sind etwa
30 % der indonesischen Muslime Anhänger seiner Lehre. Diese
bezeichnen sich als
Abangan und leben vorwiegend auf Java. Doch nicht nur auf Java
haben sich traditionelle Glaubensvorstellungen erhalten. Auch bei
den Einwohnern auf Sumatra und auf Kalimantan haben sich bis heute
vorislamische Traditionen erhalten,
Die beiden größten moslemischen Organisationen Indonesiens sind
die traditionalistische
Nahdatul Ulama und die modernistische
Muhammadiyah. Die Nadhlatul Ulama ist mit über 30 Millionen
Mitgliedern die größte moslemische Organisation der Welt.
Bekanntestes Mitglied ist ihr Mitbegründer und frühere Präsident
Indonesiens
Abdurrahman Wahid (Gus Dur).
Durch religiöse und gesellschaftliche Konflikte kamen auf den
Molukken mehr als 9000 Menschen ums Leben; die meisten davon waren
ambonesische Christen. In Zentral-Sulawesi fanden durch ähnliche
Konflikte bisher mehr als 1000 Menschen den Tod. Teile von
Zentral-Sulawesi (darunter der Poso Bezirk), einer Region in der die
Zahl der Muslime und Christen etwa gleich hoch ist, sind geprägt von
einem eher konservativen Islam. Obowohl der überwiegende Teil der
indonesischen Muslime nach wie vor moderat ist, gibt es in den
letzten Jahren Anzeichen einer Radikalisierung. So wurde erst
kürzlich in der indonesischen Stadt
Tangerang bei Jakarta das Küssen in der Öffentlichkeit verboten,
wenn es länger als fünf Minuten dauert. Zusätzlich wurde Frauen
polizeilich veboten nach 19 Uhr alleine spazieren zu gehen.
Allerdings erklärte ein dafür zuständiger Polizeibeamter, dass man
bei einer Nichteinhaltung des Gesetzes nicht gleich mit einer
Verhaftung zu rechnen braucht.
Weitere Gesetze, die die Verbreitung pornografischer Medien (wie
z. B. Playboy) und pornographisches Verhalten einschränken sollen,
sind ebenfalls in Planung. Offenbar fallen auch traditionelle
Kostüme und Trachten unter die Kategorie. Dagegen regte sich
allerdings Widerstand von Intellektuellen, Künstlern und
Frauenrechtsorganisationen die eine Stärkung des orthodoxen Islam
befürchten.
Demografie von Indonesien
Ethnische Gruppen
Laut dem indonesischen Census von 2001 leben in Indonesien
insgesamt über 300 verschiedene Völker, von denen die meisten
malaiischer Herkunft sind. Die größten Völker verteilen sich auf
die Bevölkerung wie folgt:
Javaner (41,7 %),
Sundanesen (15,4 %),
Malaien (3,4 %),
Maduresen (3,3 %), Batak
(3,0 %),
Minangkabau (2,7 %), Betawi (2,5 %), Bugis (2,5 %), Bantenesen
(2,1 %), Banjaresen (1,7 %), Balinesen (1,5 %), Sasak (1,3 %),
Makassarese (1,0 %), Cirebon (0,9 %), Chinesen (0,9 %)
Dazu kommen noch z.B. die Acehnesen, Toraja, Bajau, Wewewa, Bauzi,
Lampung, Tengger, Osing, Badui, Gorontalo und viele andere Gruppen,
die aber meist weniger als 1 % an der Gesamtbevölkerung stellen und
Mischformen, wie etwa die auf Sumba lebenden Wewewa, die zur Hälfte
malaiischer und melanesischer Herkunft sind. Außerdem leben noch
vereinzelt
polynesische Völker in dem Inselstaat.
Als bevölkerungsreichste Gruppe sind die Javaner in Indonesien
die politisch dominierende Gruppe.
Im indonesischen Teil von Neuguinea leben vorwiegend Melanesier.
Chinesische Minderheit
In Indonesien leben insgesamt 1,739 Mio.
Chinesen, die meisten davon auf der Hauptinsel Java. Doch auch
auf Sumatra und Kalimantan sind Chinesen heimisch. Die meisten
Chinesen kamen in das Land, als Indonesien noch eine
niederländische Kolonie war.
Sie sind besonders einflussreich in der Wirtschaft, was besonders
in den letzten Jahren häufig zu
Pogromen führte.
Unruhen von 1998
Viele Indonesier machten die chinesische Minderheit
verantwortlich für die
Wirtschaftskrise im Jahre 1998. Es kam zu Studentenprotesten an
verschiedenen Universitäten Indonesiens. Als die Regierung am 5. Mai
des Jahres die Preise für Benzin, öffentliche Verkehrsmittel und
Strom erhöhte, schlossen sich auch andere Bevölkerungsgruppen den
Protesten an. Mehr als 1000 Menschen randalierten in der Stadt Medan,
setzten Fahrzeuge und Geschäfte von Chinesen in Brand, während die
Läden von muslimischen Geschäftsleuten dagegen meist verschont
blieben. Die Unruhen hielten drei Tage an. Mehr als 1000 Gebäude
wurden zerstört.
Die Gewalt erreichte ihren Höhepunkt in den Tagen vom 12. bis zum
14. Mai 1998 in Jakarta. Wieder begannen die Ausschreitungen nach
friedlichen Studentendemonstrationen. Das Militär duldete diese
zunächst, solange sie auf dem Gelände der jeweiligen Universitäten
verblieben. Am 12. Mai jedoch wurden vier Studenten bei friedlichen
Protesten auf dem Campus der Universität Trisakti erschossen. Es
wird vermutet, dass die Schützen Angehörige der Streitkräfte waren.
Unmittelbar danach und bei der Trauerfeier am folgenden Tag kam es
zu massiven Übergriffen. Innerhalb von drei Tagen wurden ganze
Stadtteile Jakartas ausgeplündert. Geschäfte, Banken, Autos und
Wohnhäuser fielen Brandanschlägen zum Opfer. Chinesische
Stadtviertel waren besonders betroffen. Die staatliche indonesische
Menschenrechtskommission Komnas HAM zog später folgende Bilanz: 1188
Todesopfer, 101 Verletzte sowie 40 Einkaufszentren, 2479 Geschäfte
und 1604 Häuser, die geplündert und niedergebrannt wurden. 1119
Autos, 1026 Wohnungen und 382 Büros wurden demoliert oder
angezündet. Die Toten gehörten dabei nur zu einem kleinen Teil der
chinesischen Minderheit an. Viele andere waren Plünderer, die in den
schon brennenden Häusern eingeschlossen wurden.
Diskriminierungen
Nach der Erlangung der Unabhängigkeit Indonesiens 1946 wurden
viele Chinesen außer Landes gedrängt. Die Regierung verbannte
Chinesen ohne indonesische Staatsbürgerschaft aus kleinen Orten und
beraubte Zehntausende ihrer Lebensgrundlage. Präsident
Sukarno wollte damit den "Pribumi" (den einheimischen
Indonesiern) die Kontrolle über den Handel in den Dörfern
verschaffen. Nach der Machtergreifung
Suhartos und der Hetze und den Morden an mutmaßlichen
Kommunisten (zu denen die Chinesen oft beschuldigt wurden)
zwischen 1965 und 1967 verkündete Suharto einen Präsidialerlaß über
"Die Politik zur Lösung des chinesischen Problems" und einen
weiteren zu Religion, Glauben und chinesischen Gebräuchen.
Chinesischsprachige Schulen wurden geschlossen,
Kulturvereinigungen wurden aufgelöst, der Verkauf
chinesischsprachiger Bücher und Zeitschriften, sogar die Verwendung
chinesischer Schriftzeichen in Kalendern, bei Firmenzeichen oder an
Geschäften wurde verboten. Eine einzige staatlich kontrollierte
chinesischsprachige Tageszeitung wurde erlaubt. Die Indonesierung
chinesischer Namen wurde massiv vorangetrieben. Merkmale
kultureller Identität wie z. B. die Feier des
chinesischen Neujahrsfestes wurden verboten bzw. in private
Haushalte verbannt. Die Ausweise vieler ethnischer Chinesen
unterscheiden sich anhand eines speziellen Codes von denen der "Pribumi".
Im Februar 1998 räumte sogar ein Vertreter des indonesischen
Verteidigungsministeriums ein, ethnische Chinesen sähen sich
Schwierigkeiten ausgesetzt, wenn sie als Beamte oder beim Militär
Karriere machen wollten, und würden zudem beim Zutritt zu
staatlichen Universitäten benachteiligt.
Die Überarbeitung der diskriminierenden Gesetze wurde am 16.
September 1998 von dem damaligen Präsidenten
Habibie in einem Erlaß angeordnet.
Bevölkerungsdichte Indonesiens
Verteilung der Bevölkerung in Indonesien
Die Bevölkerungsdichte der vielen indonesischen Inseln
unterscheidet sich stark voneinander, auch auf den einzelnen Inseln
ist sie ungleich verteilt. Während in den Provinzen
Papua, Maluku
und
Maluku Utara im Durchschnitt maximal 30 Personen auf einem Km²
leben, liegt sie etwa auf dem indonesischen Teil der Insel Borneo
bei 10-100 Einwohnern/Km² oder bei 30-300 Einwohnern/Km² auf
Sumatra. Die Insel mit der höchsten Dichte ist Java - 600 bis über
1000 Einwohnern/Km² - mit den am dichtesten besiedelten Provinzen
Jakarta (der Hauptstadtprovinz) und
Yogyakarta.
Java ist aufgrund des fruchtbaren Bodens und der Hauptstadt sehr
dicht besiedelt, was zu einem starken Fortschrittsgefälle zwischen
den Inselgruppen geführt hat. Die Regierung siedelt deshalb im
Rahmen des
Transmigrasi-Projektes seit 1969 Familien aus Java auf dünner
besiedelte Inseln um, was bisher vor allem zu vielen Konflikten und
Problemen geführt hat.
Geschichte
bis zum 16. Jahrhundert
Buddhistische Tempelanlage
Borobudur (erbaut ca. 750–850).
Hinduistische Tempelanlage
Prambanan (erbaut ca. 850).
Den Grundstock der indonesischen Bevölkerung bilden
mongolisch-kaukasische Völker, die vor Beginn unserer Zeitrechnung
in mehreren Einwanderungswellen ins Land gekommen sind.
-
5. Jahrhundert: Früheste Einflüsse des
Buddhismus auf Indonesien.
- ab
7. Jahrhundert: Buddhistisches Königreich von
Srivijaya auf
Sumatra.
- ab
8. Jahrhundert: Buddhistische
Sailendra-Dynastie. Errichtung des
Borobudur, des weltweit größten buddhistischen Baudenkmals,
auf
Java.
- ab Ende des
13. Jahrhunderts: Das letzte große Hinduimperium
Majapahit herrschte auf Java und später den umliegenden
Inseln.
- ab
15. Jahrhundert: In Indonesien setzt sich der Islam
durch. Die damaligen Stammesführer übernahmen diese Religion von
arabischen Kaufleuten und konvertierten. Die Bevölkerung tat es
ihnen gleich. Der Islam war eine Revolution zum vorherigen System.
Im Islam war jeder Mensch gleich. Hinduismus und Buddhismus
überleben bis heute nur auf den Inseln Bali
(siehe beispielsweise:
Besakih) und
Lombok, wo sich eine indigene (mehrheitlich aber hinduistisch
geprägte) Mischkultur herausbildet hat.
1487
umfuhr der Portugiese
Bartolomeu Diaz erstmals das
Kap der Guten Hoffnung und fand damit den Seeweg nach Indien. In
der Folge stießen die Europäer in den indonesischen Raum vor, um den
bislang von Orientalen betriebenen Gewürzhandel zu übernehmen. Nach
fast 100-jähriger portugiesischer Dominanz setzten sich um 1600
die Niederländer als Kolonialherren durch.
17. bis 19. Jahrhundert
Als
Niederländisch-Ostindien war Indonesien eine der ersten
holländischen Kolonien. Mithilfe ihres Rohstoffreichtums erlangte
die Kolonialmacht einen großen Wohlstand. Nach der Auflösung der
Vereinigten Handelskompanie im Jahre 1799
übernahm der Staat
Niederlande die Kolonie. In der Zeit, in der
Napoleon I. in den Niederlanden herrschte, waren die
niederländischen Kolonien in Südostasien von den Briten besetzt
worden.
1816 erhielten die Niederländer die Herrschaft über das
indonesische Inselreich zurück, mussten allerdings im Vertrag von
London auf Ceylon
und das
Kapland verzichten.
- 1825–1830:
Volksaufstand auf Java gegen die niederländische
Kolonialherrschaft. Den Kämpfen fallen über 200.000 Javaner und
8000 Europäer zum Opfer.
Nach
1816 zogen die Niederländer zunächst, wie vor ihnen die
Engländer, eine Pacht von den einheimischen Bauern ein: In jedem
Dorf hatte der Vorsteher dafür zu sorgen, dass ein Geldbetrag
abgeliefert wurde, der zwei Fünfteln des Wertes der örtlichen
Reisernte entsprach. General-Gouverneur
Johannes van den Bosch erwirkte, dass um 1830
ein neues System eingeführt wurde, das so genannte cultuurstelsel.
Statt Pacht zu zahlen, sollten die Bauern nunmehr ein Fünftel ihres
Bodens zur Verfügung stellen, um auf diesem Land von der Regierung
bestimmte Gewächse anzubauen. Zu diesem System gehörte auch, dass
sie ihre Arbeitskraft 66 Tage im Jahr zugunsten der Regierung
einsetzten. In der Praxis gingen die Belastungen für die Bauern
häufig weit über die offiziellen Vorgaben hinaus. Die Waren wurden
nach Europa verschifft und dort gewinnbringend verkauft. Dieses
System kritisierte der niederländische Schriftsteller und ehemalige
Kolonialbeamte
Eduard Douwes Dekker in seinem 1860
unter dem Pseudonym Multatuli veröffentlichten Buch
Max Havelaar.
1870
wurde das cultuurstelsel schließlich nach einer Entscheidung
im Parlament des niederländischen Mutterlandes abgeschafft. Fortan
war es für niederländische Privatleute möglich, Land von den
einheimischen Bauern zu pachten, um hierauf Plantagen anzulegen.
Anfang 20. Jahrhundert
- 1908:
Die Niederlande dehnen, von Java ausgehend, ihren Machtbereich auf
den gesamten indonesischen Archipel aus. Lediglich die Provinz Aceh
(Atjeh) im Norden Sumatras vermag zu widerstehen, wird aber nach
einem über dreißigjährigen Krieg ebenfalls unterworfen.
- 1912:
Mit der Gründung der Sarekat Islam („Islamische
Vereinigung“) erwächst der indonesische Nationalismus zu einer
Massenbewegung.
- 1926:
Die Kommunistische Partei (PKI) ruft zum revolutionären
Befreiungskrieg auf. Die Erhebung scheitert an der überlegenen
niederländischen Kolonialmacht.
- 1927:
Nach der Zerschlagung der PKI übernimmt die von
Achmed Sukarno (1901–1970) gegründete Partai Nasional
Indonesia den Kampf gegen die Niederländer auf.
Japanische Besatzung
- Februar/März 1942:
Im
Zweiten Weltkrieg erobert Japan
Niederländisch-Indien.
- März
1943: Unter japanischer Besatzung erklärt sich Indonesien
(erstmals) als von den Niederlanden unabhängig.
Ende 1941 begannen die Japaner, die indonesischen Inseln zu
besetzen. Ihr Interesse galt kriegswichtigen Rohstoffreserven und
der Verbesserung ihrer strategischen Position. Von Stützpunkten auf
den indonesischen Inseln wurden die australischen Städte
Darwin und Broome
bombardiert. Im März 1942 kapitulierten die Niederländer. Die fast
350-jährige Zeit ihrer Kolonialherrschaft war vorüber. Die meisten
Indonesier begrüßten die Japaner als Befreier vom Joch der Europäer.
Die Begeisterung verflog allerdings rasch, als die asiatischen
Nachbarn ein Schreckens- und Willkürregime aufbauten. Die Herrschaft
der Japaner endete mit
deren Kapitulation am 15. August 1945.
Unabhängigkeit und Kampf um den Staatserhalt
Am
17. August 1945
rufen Sukarno und
Mohammed Hatta die Unabhängigkeit Indonesiens aus (Staatsname:
Indonesia). Mit den Grundsätzen der
Pancasila gibt sich der Staat eine eigentümliche Verfassung. Der
Einfluss der Republik Indonesien erstreckt sich zunächst auf die
Inseln Java, Sumatra und
Madura. Die übrigen Inseln werden von den Niederländern
gehalten. Erster Präsident der Republik Indonesien wird
Achmed Sukarno. Von Juli 1947 bis Dezember 1948 besetzen die
Niederländer weite Territorien der aufständischen Republik. Deren
Gebietshoheit beschränkt sich nur noch auf Zentraljava und das
Hochland von Sumatra.
Die aufständischen Indonesier antworten mit
Guerillakrieg. Am
18. Dezember 1948
gelingt es den Niederländern, Sukarno und fast die ganze Regierung
zu verhaften. Da die USA bei
Ausweitung der Kämpfe eine kommunistische Machtübernahme befürchten,
drängen sie die Niederlande zum Nachgeben. Am
25. April 1949
wird die bis 1956 bestehende Niederländisch-Indonesische Union
gebildet, am
27. Dezember wird die Unabhängigkeit der Republik Indonesien
(neuer Staatsname: Republik Indonesia Serikat) von den
Niederlanden anerkannt, der niederländische Teil von Neuguinea
West-Papua bleibt jedoch unter niederländischer Verwaltung.
-
17. August 1950:
Das seit der Unabhängigkeit föderal strukturierte Indonesien wird
in einen
Einheitsstaat umgewandelt (neuer Staatsname: Republik
Indonesia). Der christliche Teil der Bevölkerung der
Molukken proklamiert die unabhängige
Republik Maluku Selatan. Der Sezessionsversuch wird von der
indonesischen Armee jedoch mit Waffengewalt unterdrückt.
Indonesische Truppen besetzen im November die Hauptstadt
Ambon und erobern bis 1955
die gesamte
Republik Maluku Selatan.
-
15. Februar 1956:
Indonesien kündigt die 1949 geschlossene Union mit den
Niederlanden.
- 1. Mai 1963:
West-Papua (Irian Barat) gerät de facto vollständig unter
indonesische Kontrolle.
-
16. September 1963: Die Gründung
Malaysias und die Eingliederung von Sabah
und
Sarawak in die malaysische Föderation führt zu ernsthaften
Spannungen mit Indonesien. Bis 1966 kommt es immer wieder zu
Kämpfen auf
Borneo. Malaysia wird dabei von
Großbritannien und
Australien mit Truppen unterstützt.
-
30. September 1965:
Die zunehmende Willkürherrschaft des Sukarno-Regimes provoziert
einen angeblichen kommunistischen Umsturzversuch. Dieser scheitert
an einem Gegenputsch der Armee, in dessen Verlauf zwischen 100.000
und einer Million Menschen umgebracht werden, vor allem
tatsächliche oder vermeintliche Anhänger der
kommunistischen Partei Indonesiens (PKI) und Chinesen (Völkermord
an den Chinesen Indonesiens). Dies gilt als einer der größten
politisch motivierten
Massenmorde der jüngeren Geschichte. Die Vorgänge sind bis
heute nur unzureichend untersucht, daher sind genaue Angaben zur
Zahl der Opfer nicht möglich. (Quellen: (1) J.L. Holzgrefe /
Robert O. Keohane: Humanitarian Intervention: Ethical, Legal and
Political Dilemmas, Cambridge University Press (2003)
ISBN 0-521-52928-X, S. 47 (2) Mark Levene, Penny Roberts: The
Massacre in History, Berghahn Books (1999),
ISBN 1-571-81935-5, S. 247-251)
-
1. Januar 1966:
Währungsreform: 1000 alte Rupiah = 1 neue Rupiah = 100 neue Sen.
-
11. März 1966: General
Hadji Mohamed Suharto (* 1921) erzwingt von Sukarno die
Vollmacht zur Regierungsbildung.
-
12. März 1967:
Suharto wird „geschäftsführender Staatspräsident“; Sukarno bleibt
nominelles Staatsoberhaupt.
-
27. März 1968:
Suharto übernimmt auch formal das Amt des Staatspräsidenten.
- 1969:
West-Papua (Irian Barat) wird indonesische Provinz und erhält
den Namen „Irian Jaya“.
-
21. Juni 1970:
Tod des Staatsgründers Achmad Sukarno.
-
5. August 1973:
Anhaltende soziale Spannungen entladen sich in Rassenkonflikten,
die sich gegen die chinesische Minderheit richten.
-
28. November 1975:
Portugal zieht sich aus seiner Kolonie Ost-Timor
zurück. Die „Revolutionäre Front für die Unabhängigkeit von
Timor-Leste“ (FRETILIN)
ruft die Unabhängigkeit aus (wirksam erst am 20. Mai 2002).
-
2. Dezember 1975 überfallen in den Niederlanden extremistische
Mitglieder der 35.000 dort lebenden Ambonesen (Süd-Molukken) einen
Zug und am
4. Dezember das indonesische Generalkonsulat in Amsterdam und
nehmen Geiseln mit dem Ziel, dass sich die niederländische
Regierung für die Ambonesen in Indonesien einsetzt. Vier Geiseln
werden erschossen. Die niederländische Regierung bleibt hart, die
Ambonesen geben am
19. Dezember auf.
-
7. Dezember 1975: Staatschef Suharto befiehlt die militärische
Invasion Osttimors. In den folgenden Wochen werden 60.000 Menschen
getötet, 10 % der Bevölkerung.
-
17. Juni 1976:
Osttimor wird dem indonesischen Staatsverband eingegliedert. Auf
Sumatra wurde die Wiederstandsbewegung
ASNLF gegründet.
-
11. November 1981:
Die
UN-Generalversammlung fordert für Osttimor das
Selbstbestimmungsrecht.
- 1998–1999:
Nach der Entmachtung von General Suharto übernimmt
Bacharuddin Jusuf Habibie (* 1936), bis dahin Vize-Präsident,
das Amt des Staatspräsidenten.
-
19. April 1999 Bombenanschlag auf die mit 600 Gläubigen
vollbesetzte Hauptmoschee in Jakarta (3 Verletzte);
20. Oktober:
Abdurrahman Wahid (* 1940) wird erster frei gewählter
Staatspräsident.
-
31. Oktober 1999: Die letzten indonesischen Soldaten verlassen
Osttimor nachdem sie das Land in Schutt und Asche gelegt haben und
eine internationale Friedenstruppe im September in Dili
landete.
-
1. August 2000
Eine Bombe explodiert vor der Residenz des philippinischen
Botschafters in Jakarta (2 Tote, 23 Verletzte); (13.
September) In der Tiefgarage der Börse von Jakarta detoniert
eine Autobombe (15 Tote, 27 Verletzte); (24.
Dezember) 15 Bombenanschläge auf christliche Kirchen (16 Tote,
mehr als 100 Verletzte).
-
1. Januar 2001:
Irian Jaya erhält innere Autonomie.
- Juli 2001:
Megawati Sukarnoputri (*1944), Tochter des Staatsgründers
Sukarno, wird neue Staatspräsidentin; (23.
September) In einem belebten Einkaufszentrum in Jakarta
explodieren zwei Bomben (mehrere Verletzte)
-
20.
Mai
2002:
Osttimor erhält die Unabhängigkeit (República Democrática de
Timor-Leste).
-
12. Oktober 2002: Islamistischer
Terroranschlag auf der Touristeninsel Bali (202 Tote und mehr
als 300 Verletzte).
-
18.
Mai
2003: Verhängung des Kriegsrechts in der nach Unabhängigkeit
strebenden Provinz Aceh
(Atjeh) im äußersten Norden der Insel Sumatra – Großoffensive mit
40.000 Soldaten. Mehr als 1000 Menschen sterben, 20.000 sind auf
der Flucht; (5.
August) Ein Selbstmordattentäter sprengt sich vor dem
Marriott-Hotel in Jakarta in die Luft (12 Tote, 150
Verletzte).
-
10. Januar 2004:
In einem Café auf der Insel
Palopo explodiert eine Bombe (vier Tote); Abschaffung der
indirekten Wahl des Staatspräsidenten; (5.
Juli) Erstmals direkte Präsidentschaftswahlen, bei der kein
Kandidat die erforderliche absolute Mehrheit erreicht; (9.
September) ein
Bombenanschlag auf die australische Botschaft in Hauptstadt
Jakarta forderte 11 Tote und über 150 Verletzte; (20.
September) Der Herausforderer und frühere General
Susilo Bambang Yudhoyono siegt in der Stichwahl gegen die
bisherige Amtsinhaberin
Megawati Sukarnoputri.
-
26. Dezember 2004: Bei einem
Seebeben westlich vor der Insel Sumatra werden (neben
zehntausenden Menschen in anderen Ländern) auch über 200.000
Einwohner Indonesiens getötet (Stand: Mitte März 2005).
-
1. Oktober 2005:
Erneut Terroranschlag auf Bali:
Im Abstand weniger Minuten explodieren gegen 19 Uhr Ortszeit 3
Bomben in
Jimbaran und Kuta.
Bei den Explosionen kommen 23 Menschen ums Leben, einschließlich
dreier Selbstmordattentäter.
Politik
Die ehemalige niederländische Kolonie ist heute eine
Präsidialrepublik. Die
Verfassung von 1945
sieht die
Gewaltenteilung vor. Nach dem Sturz
Suhartos 1998 wurden umfangreiche Reformen umgesetzt. Das
Einkammerparlament (Abgeordnetenhaus) hat 500 auf fünf Jahre
gewählte Abgeordnete (bis 2004 waren 38 davon vom Präsidenten
ernannte Militärs). Die beratende Volksversammlung, die früher den
Präsidenten wählte und übergreifende politische Themen berät,
besteht aus dem Abgeordnetenhaus, 135 Vertretern der Provinzen sowie
65 Vertretern von Standesorganisationen und kommt damit auf 700
Mitglieder.
Seit 2004 ist der Majelis Permusyawaratan Rakyat (MPR) ein
Zweikammerparlament. Dieses hoechste Legislativorgan besteht aus den
550 DPR (Dewan Perwakilan Rakyat) Abgeordneten und 128
Regionalvertretern (DPD). Der DPD (Dewan Perwakilan Daerah) ist
somit eine im Rahmen der Dezentralisierungspolitik neu geschaffene
2. Kammer.
Präsident
Seit 2004 wird der Präsident direkt vom Volk gewählt. Erster
direkt gewählter Präsident wurde der frühere General
Susilo Bambang Yudhoyono. Der ehemalige Sicherheitsminister
erhielt bei der
Stichwahl am 20. September 2004 fast 61 Prozent der Stimmen. Er
löst damit die bisherige Staatschefin
Megawati Sukarnoputri ab, die nur auf gut 39 Prozent kam. Schon
beim ersten Wahlgang am 5.
Juli
2004 hatte der Ex-General die meisten Stimmen erzielt, die
absolute Mehrheit aber verfehlt. Deshalb war eine Stichwahl gegen
die zweitplatzierte Megawati nötig geworden. Die Tochter von
Republikgründer
Sukarno war im Sommer 2001 an die Staatsspitze gerückt, nachdem
ihr Vorgänger
Abdurrahman Wahid aus dem Amt gedrängt worden war.
Parteien
Indonesien hat ein Mehrparteiensystem mit einer großen Anzahl von
Parteien. Vorherrschende Partei unter
Suharto war Golkar.
Ihr Einfluss ist weiterhin groß, aber nicht mehr dominant. Der
derzeitige Präsident
Yudhoyono kandidierte bei der Präsidentschaftswahl 2004 für die
neu gegründete
Demokratische Partei, seine Vorgängerin und Kontrahentin
Megawati für die PDI-P.
Militär
Die Streikräfte Indonesiens heißen Tentara Nasional Indonesia
(TNI) und bestehen aus etwa 250.000 Soldaten. Sie sind grob in
Armee, die Marine, den Marinestreitkräften und die Luftwaffe
untergliedert. Die Armee hat mit etwa 196.000 Soldaten die bei
weitem größten Kapazitäten. Lange Zeit gehörte auch die indonesische
Landespolizei zu den Streitkräften. Im April 1999 begann man mit der
Ausgliederung der Landespolizei, dieser Prozeß wurde im Juli 2000
formell abgeschlossen. Mit 150.000 Angestellten hat die Polizei eine
weit kleinere Mannschaftsstärke, als in den meisten anderen Staaten.
Hinzu kommen noch etwa 120.000 Mitglieder der örtlichen Polizei, so
daß die Gesamtstärke auf etwa 270.000 Personen beziffern lässt.
Der Verteidungshaushalt Indonesiens beträgt nur 3% des
Bruttosozialprodukts, doch führt das Militär eine Reihe von
Unternehmen und Stiftungen, die weiteres Geld einbringen.
Armut
Über 27 % der insgesamt 241 Mio Indonesier leben in Armut,
wobei es starke regionale Unterschiede gibt. Während in Java, der
Hauptinsel des Landes, etwa 23 % in Armut leben, gibt es manche
Provinzen, besonders im Osten, in denen der Anteil der armen
Bevölkerung bei 44 % liegt.
Besonders in Großstädten wie Jakarta gibt es ausgedehnte Slums.
Auf Java gibt es etwa 1,7 Mio.
Straßenkinder. Die Slums, in denen viele Menschen unter
erbärmlichen Bedingungen leben müssen, sind Zentren von radikalen
Islamisten, die einen Teil der dortigen Bevölkerung für ihre Ideen
gewinnen konnten, was sich hin und wieder in antiamerikanischen
Demonstrationen äußert. Straßenkinder (vornehmlich Jungen) werden
mitunter von radikalislamistischen Gruppen aufgegriffen und landen
in illegalen islamischen Schulen.
Administrative Gliederung
Indonesien ist administrativ derzeit in 33 Teile gegliedert,
darunter 30 Provinzen, 2 Sonderregionen und der Hauptstadtdistrikt (daerah
khusus ibukota)
Jakarta. In jüngster Zeit wurden einige neue Provinzen von
bereits bestehenden abgetrennt (2003
Irian Jaya Barat und 2004
Sulawesi Barat). Die indonesische Regierung plant die Errichtung
weiterer neuer Provinzen.
Eine Ebene unter den Provinzen gibt es 357 Verwaltungsbezirke,
die seit der Verwaltungsreform 2001 eine große administrative
Bedeutung besitzen.
Wirtschaft
Landwirtschaft in Indonesien
Allgemeines
Indonesiens Wirtschaft basiert auf dem Prinzip der
Marktwirtschaft, wird an vielen Stellen aber von der Regierung
beeinflusst. Einige große Unternehmen sind in Staatsbesitz.
1997/1998 erschütterte eine Wirtschaftskrise verschiedene Staaten in
Ost- und Südostasien, wovon auch Indonesien stark betroffen war (Asienkrise).
Die Währung verlor 75% ihres Wertes und viele Betriebe gingen
bankrott. Derzeit ist die indonesische Wirtschaft aber einigermaßen
stabil und hat eine Wachstumsrate von etwa 5 Prozent. Die Währung
ist die
Indonesische Rupiah.
Das
Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2004 3.500 USD pro Kopf , jedoch lebt ein Viertel der Bevölkerung unter der
Armutsgrenze. Fast die Hälfte der Beschäftigten ist in der
Landwirtschaft tätig. Viele
multinationale Unternehmen nutzen den Reichtum an natürlichen
Bodenschätzen im Land und haben Niederlassungen. Der Kupferproduzent
PT Freeport Indonesia ist größter Steuerzahler des Staates.
Export
Einige
Exportprodukte sind Holzprodukte, Agrarprodukte (Reis, Erdnüsse,
Kakao, Kaffee, Palmöl, Fleisch), Textilien und Mineralien. Außerdem
gibt es einige attraktive Ziele für den Tourismus, etwa auf Bali
oder Flores.
Mitgliedschaft internationaler Organisationen
Indonesien ist Mitglied in der
Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), ist aber
mittlerweile zu einem Netto-Importeur von Erdöl geworden, da die
eigenen Vorkommen fast erschöpft sind. Weitere Mitgliedschaften:
Internationaler Währungsfond,
Welthandelsorganisation, ASEAN.
Staatsausgaben
Zwischen
1992 und 2000
lag der Anteil der Staatsausgaben für
- das
Gesundheitswesen bei 2%
- das
Bildungswesen bei 7%
- das
Militär bei 3%
Kultur
Die
Nationalhymne
Indonesia Raya wurde von
Wage Rudolf Soepratman komponiert. Typische indonesische
Musikinstrumente sind das
Gamelan und
Angklung. Ein traditioneller Zeitvertreib ist das indonesische
Schattenspiel Wayang.
Die indonesische Kultur (Musik, Literatur, Malerei) wurde im 9. und
10. Jahrhundert zuerst vom Buddhismus, und ab dem 13. Jhd zunehmend
vom Hinduismus geprägt. Eine weitere hochentwickelte Kunst ist die Batik,
die in Indonesien seit Jahrhunderten beheimatet ist. In aufwendiger
Technik werden reiche Muster mit Blumen und Vogelmotiven, Spiralen
und phantasievoller Struktur entwickelt. Heute ist die Batik ein
Exportprodukt Indonesiens. Reis
ist ein Grundnahrungsmittel, das bis zu dreimal am Tag gegessen
wird. Überall durchziehen Reisterrassen das Land. Viele Mythen
erzählen, daß der Reis ein Geschenk des Himmels ist.
Durch die Vielzahl der Völker Indonesiens bestehen jedoch große
Unterschiede zwischen den Kulturen der einzelnen Regionen.
Umwelt
Der
Regenwald Indonesiens gilt als der artenreichste weltweit.
Dennoch werden die Regenwälder Indonesiens so schnell vernichtet wie
in keinem anderen Land der Welt. Etwa 88 % des Holzes stammen aus
illegalem Einschlag. Dieser dramatische Trend spiegelt sich auch im
Zustand des Artenbestandes wieder: Indonesien hat derzeit die
längste Liste an vom Aussterben bedrohten Arten.
Die Holzwirtschaft ist nur für einen Teil der Urwaldzerstörung
verantwortlich. Große Flächen werden gerodet und/oder abgebrannt, um
Bodenschätze zu gewinnen oder um Agrarwirtschaft zu betreiben,
vor allem Papier-
oder
Ölpalmen-Plantagen. Beim Abbrennen der Wälder, insbesondere in
Gebieten mit viel Torf,
entsteht starker Rauch der sich zeitweise auch auf die Nachbarländer
Malaysia,
Singapur und Brunei
erstreckt und gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden anrichtet
und zu politischen Konflikten führt. Besonders stark und monatelang
anhaltend war der Rauch in den Jahren 1983/84, 1997/98 und 2005.
Die Humusschicht der gerodeten Flächen ist jedoch zu dünn, als
dass sie langfristig agrarwirtschaftlich genutzt werden könnte. So
wird auf dem ehemaligen artenreichen Regenwaldboden nur einige Jahre
angebaut, bevor er nutzlos und ausgelaugt brachliegt. Meist siedelt
sich dort dann das hartnäckige
Elefantengras an, das das Areal in eine ökologische Wüste
verwandelt. Den Bauern bleibt keine andere Möglichkeit, als
Regenwald für neue Anbauflächen zu roden.
Tourismus
Der Tourismus ist für das Land eine wichtige Einnahmequelle.
Besonders
Bali wird jedes Jahr von ca. 4 Millionen Touristen besucht, die
vornehmlich aus Australien, den USA und Europa stammen. Tourismus
gibt es auch auf Komodo,
wo der
Komodowaran heimisch ist. Nordsulawesi,
insbesondere das Gebiet um Manado (v.a.
Bunaken und die Lembeh Straße) und die
Togian-Inseln sind bekannt als Taucherparadies, das Toraja-Gebiet
im Süden Sulawesis berühmt für seinen Totenkult. Allerdings hat der
Tourismus in Indonesien durch Anschläge auf Bali in den letzten
Jahren deutliche Einschnitte erlebt, von denen sich der Tourismus
jedoch langsam wieder erholt.
Literatur
- Mochtar Lubis: Dämmerung in Jakarta. Der Autor
verbrachte die Jahre 1956 bis 1965 im Gefängnis oder unter
Hausarrest. Nach seiner Rehabilitierung gewährt er einen Blick
hinter die politischen und gesellschaftlichen Kulissen und
Randbedingungen der verschiedenen Gesellschaftsschichten.
ISBN 3-293-20098-2
- Gernot Voltz: Sumatra ist überall. Humorvolles
Reisetagebuch.
ISBN 3-89573-091-2
- Nigel Barley: Hello Mister Puttymann. Auch in Realität
Ethnologe des British Museum in London, schreibt er im
Slapstick-Charakter seine Erlebnisse im Toraja-Gebiet Sulawesis.
ISBN 3-423-12580-2
- Inge Schubart: Ärztin im Dschungel von Sumatra.
Ereignisreiche Leben der Ärztin im Dschungel 1950-60.
ISBN 3-7987-0327-2
- Ida Pfeiffer: Abenteuer Inselwelt. Vierjährige Reise
der österreichischen Reiseliteratin 1851 durch Borneo, Sumatra und
Java.
ISBN 3-900478-70-8
- Max Dauthendey: Zu Anfang des 20. Jh. bekannter, deutscher
Reiseschriftsteller. Seine vielfältigen Veröffentlichungen finden
sich unter:
http://www.gutenberg.aol.de/autoren/dauthend.htm
- GEO Magazin, 6/86: Der Millionen-Umzug im Wettlauf mit der
Zeit. Zzum Transmigrasi-Problem; immer noch akutelles Problem.
- Steven Drakeley: The history of Indonesia, Westport,
Connecticut : Greenwood, 2005, 201 S.,
ISBN 0-313-33114-6
- Raggi, Philippe : Indonésie, la nouvelle donne, Éd. de
l’Harmattan, 2000.
- Cayrac Blanchard,Françoise : L'armée et le pouvoir en
Indonésie, Édition L'Harmattan, 1992.
- Cayrac Blanchard,Françoise ; Dovert, Stéphane ;
Durand,Frédéric : Indonésie - un demi-siècle de construction
nationale, Édition L'Harmattan, 1992.
- Martin Jankowski: Indonesisches Sekundenbuch Gedichte,
zweisprachig (indonesisch-deutsch), übersetzt von Katrin Bandel,
indonesische Nachdichtungen von Dorothea Rosa Herliany,
Begleitwort von Goenawan Mohamad, Magelang (Java): Indonesiatera,
2006,
ISBN 929-775-001-x
- Matti Justus Schindehütte: "Zivilreligon als Verantwortung der
Gesellschaft - Religion als politischer Faktor innerhalb der
Entwicklung der Pancasila Indonesiens" Abera Verlag: Hamburg 2006.
Paperback, 276 Seiten, 6 s/w-Abbildungen, 10 s/w-Fotos, 1 Karte
ISBN 3-934376-80-0
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