Sathalanalat Paxathipatai Paxaxon Lao
Demokratische Volksrepublik Laos (Laos PDR)
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Wahlspruch |
Frieden, Unabhängigkeit, Demokratie, Einigkeit und Wohlstand |
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Amtssprache |
Lao |
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Staatsform |
sozialistische
Volksrepublik |
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Hauptstadt |
Vientiane |
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Präsident |
Khamtay Siphandone |
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Regierungschef |
Boungnang Vorachith |
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Fläche |
236.800
km² |
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Einwohnerzahl |
5.800.000 (2004) |
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Bevölkerungsdichte |
24
Einwohner pro km² |
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BIP/Einwohner |
371 US-$
(2004) |
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Unabhängigkeit |
19. Juli 1949
von
Frankreich |
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Währung |
Kip =
100 At |
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Währungssymbol |
₭,
ISO-4217-Code: LAK |
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Zeitzone |
UTC +7 |
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Nationalhymne |
Pheng Xat Lao |
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Kfz-Kennzeichen |
LAO |
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Internet-TLD |
.la |
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Vorwahl |
+856 |
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Die Demokratische Volksrepublik Laos ist ein Staat in
Südostasien. Sie grenzt an
China,
Vietnam,
Kambodscha,
Thailand und
Myanmar. Das einzige
Binnenland in
Südostasien hat sechs Millionen Einwohner auf einer Fläche von
236.800 km²;
Hauptstadt und größte Stadt ist
Vientiane.
Geographie
Lage
Der schmale Südteil von Laos liegt auf der
Indochinesischen Halbinsel zwischen
Vietnam im Osten,
Kambodscha im Süden und
Thailand im Westen. Der Nordteil des Landes liegt auf dem
eigentlichen südostasiatischen
Festland, hier teilt sich Laos zudem Grenzen mit der
südchinesischen
Provinz Yunnan
und
Myanmar.
Landschaftsbild
Laos, das einzige
Binnenland
Südostasiens, lässt sich topographisch in zwei Gebiete gliedern.
Ein von Gebirgen geprägtes Gebiet zieht sich in Nord-Süd-Richtung
fast durch das gesamte Land und erreicht dabei Höhen über 2000
Meter, sein höchster Berg ist der Phu
Bia mit 2819 m. Diese Gebirgsregion umfasst etwa neun Zehntel
des Landes. Die übrige Region, in der sich auch die Hauptstadt
Vientiane befindet, ist ein kleines
Tiefland an der Süd- und Südwestgrenze zu
Thailand.
Der bedeutendste Fluss ist der Mekong,
der in
Tibet entspringt und bei
Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam)
ins
Südchinesische Meer mündet. Er bildet auf einer Länge von etwa
1000 Kilometern die Grenze zu
Thailand und auch zu
Myanmar; insgesamt berührt er laotisches Territorium auf 1898
Kilometern. Der größte Teil des Landes befindet sich im
Mekong-Becken und entwässert somit in das Südchinesische Meer. Nur
12 % des Territoriums, ganz im Nordosten, entwässern in den
Golf von Tonkin. Am Mekong
liegt die Hauptstadt Vientiane und die Stadt
Luang Prabang. Andere wichtige Flüsse sind der Nam Ou,
Nam Ngum sowie der
Nam Xebanghieng.
Klima
Klimadiagramm Vientiane
In Laos herrscht
tropisches Klima
mit hohen Temperaturen, wobei es durch die großen Höhenunterschiede
regional zu starken Temperaturschwankungen kommen kann. Das Klima
wird sehr stark von den
Monsunen beeinflusst. Von Mai bis Oktober herrscht der Sommer-
oder Südwestmonsun, der mit starken Niederschlägen und hoher
Luftfeuchtigkeit verbunden ist. In dieser Zeit fällt eine
Niederschlagsmenge von durchschnittlich 1778 Millimetern, während
zwischen November und Februar durch den Nordostmonsun ein trockenes
und kühleres Klima anzutreffen ist. In den Monaten März und April
herrscht feucht-heißes Klima.
Natur
Das Land ist etwa zu 50 % bewaldet. Es gibt sowohl
Regenwälder mit tropischen Pflanzen wie auch
Monsunwälder. Rund 8 % der Wälder werden als Urwald
eingestuft.
Laos beheimatet Raubtierarten wie
Leoparden und Tiger.
Elefanten werden wie in den anderen Ländern Südostasiens als
Lasttiere eingesetzt.
Städte
Die größten Städte in Laos sind (Stand 1. Januar 2005):
Vientiane 196.644 Einwohner, Pakxé
88.463 Einwohner,
Savannakhet 66.552 Einwohner und
Luang Prabang 47.510 Einwohner.
Bevölkerung
Die Bevölkerung von fast sechs Millionen verteilt sich sehr
ungleichmäßig über das Territorium. Die größte Bevölkerungsdichte
weisen die Ebenen am Mekong auf, darunter besonders die Region um
die Hauptstadt. Die bergigen Gebiete im Osten und Norden sind sehr
dünn besiedelt.
Weniger als ein Drittel der Bevölkerung lebt in Städten. Das
größte urbane Ballungszentrum, Vientiane, hat eine Bevölkerung von
schätzungsweise 600.000.
Volksgruppen
Trotz der relativ niedrigen Bevölkerungszahl hat das Land eine
sehr hohe Vielfalt in seiner ethnischen Zusammensetzung. Über die
genaue Anzahl der ethnischen Gruppen gibt es immer wieder
Diskussionen, da die Unterteilung der Gruppen nach mehreren
Kriterien erfolgen kann.
Karte von Laos aus dem CIA World Fact Book
Die Regierung von Laos unterscheidet die folgenden drei Gruppen
nach ihrem Siedlungsgebiet (und nicht nach linguistischen
Kriterien):
- die
Lao Loum leben in den Ebenen und vor allem in Städten. Sie
machen ca. 67 % der Gesamtbevölkerung aus.
- die
Lao Theung leben auf den Hängen der Hügel und Berge bis in
eine Höhe von etwa 1000 Metern. Anteil an der Gesamtbevölkerung:
ca. 22 %. Sie gelten als die Urbevölkerung des heutigen Laos.
-
Lao Soung bewohnen die Regionen, die über 1000 Metern Seehöhe
liegen und extrem abgelegene Gebiete. Ihr Anteil an der
Gesamtbevölkerung wird auf 10 % geschätzt.
In rein linguistischer Hinsicht gibt es in Laos vier große
Gruppen, nämlich die
Tai-Kadai,
Mon-Khmer,
Tibeto-Birmanische und die
Hmong-Yao-Familien. Diese Unterteilung ist Gegenstand von
Diskussionen und Änderungen – bei der
Volkszählung 1985
unterschied man noch sechs Sprachfamilien.
Unter den Sprachfamilien werden 47 Ethnien und 149 Untergruppen
unterschieden (1985 waren es 68 Ethnien und mehr als 800
Untergruppen). Im einzelnen sind dies: Akha,
Alak,
Bit,
Brau,
Chere, Hmong,
Haw,
Jri,
Katang,
Khmu,
Katu,
Kui,
Khmer,
Kri, Lao,
Lue,
Loven,
Lamet,
Lo Lo,
Lavi,
Makong, Mlabri,
Museu,
Mon (aus Myanmar),
Nhuon
Ngae,
Nhaheun,
Nguon,
Oy,
Phu Thai,
Phu-Noi,
Phong,
Pakoh,
Souei,
Samtao,
Singmun,
Si La,
Sadang,
Saek,
Ta-oi,
Taliang,
Htin,
Tum, Yao
(aus China),
Yae,
Yang und
Yumbri.
Dazu kommen eingewanderte
Thai,
Chinesen,
Vietnamesen und Inder.
Deren Anzahl ist aber in den letzten 50 Jahren stark zurückgegangen.
Die meisten verließen Laos in zwei Wellen – nach der Unabhängigkeit
des Landes und nach der Machtübernahme der Kommunisten.
Bildung
Laos verzeichnet eine niedrige
Alphabetisierungsrate. So können nur Zweidrittel der Männer und
Eindrittel der Frauen über 15 Jahre lesen und schreiben. Rund 40 %
der Laoten haben noch nie eine Schule besucht, in den nördlichen
Provinzen wie
Louang Namtha oder
Phongsaly sind es mehr als 60 %. Zwei Drittel der laotischen
Kinder brechen vorzeitig die sechs Jahre lange Grundschule ab, um
zum Lebensunterhalt der Familie etwas beitragen zu können.
Gesundheit
Plakat der AIDS-Aufklärungskampagne
Durch Fehlen moderner Einrichtungen zur Trinkwasserversorgung und
Abwasserentsorgung ist in ganz Laos
Malaria verbreitet, obwohl das Risiko in und um Vientiane
deutlich niedriger ist als anderswo. Zwischen Mai und Oktober ist
das Malariarisiko am höchsten. Einige der vorkommenden
Malariaerreger sind gegen bestimmte
Prophylaxemedikamente bereits resistent. Weitere Krankheiten,
die von
Stechmücken übertragen werden, sind
Dengue-Fieber und
Japanische Enzephalitis, daneben sind
Hepatitis und Typhus
weitere gefährliche Krankheiten, gegen die Touristen zeitig genug
vor der Einreise nach Laos
geimpft sein müssen. Auf einen Arzt kommen 5393 Einwohner. Das
vom Gesundheitsministerium unterhaltene Gesundheitswesen stellt
Einrichtungen zur mobilen Gesundheitsfürsorge und stellt pro 389
Einwohner ein Krankenhausbett zur Verfügung. Die durchschnittliche
Lebenserwartung liegt bei 54 Jahren.
Vorbereitet sein müssen Reisende auch auf
Durchfallerkrankungen sowie
Dehydrierung. HIV/AIDS
ist in Laos noch wenig verbreitet, auch wenn offizielle Statistiken
nicht zuverlässig sind. Laos ist jedoch von Ländern umgeben, in
denen HIV ein allgemeines Problem geworden ist. Durch verstärkte
Migration innerhalb
Südostasiens, etwa laotische Arbeiter in den Nachbarländern oder
ausländische Beschäftigte in Laos, sowie Tourismus und den weiterhin
niedrigen sozialen Status der Frau wird sich HIV wahrscheinlich auch
in Laos weiter ausbreiten, obwohl es Regierungsinitiativen zur
HIV-Aufklärung gibt.
Sprache und Schrift
Laos ist, speziell in Anbetracht der niedrigen Bevölkerungszahl,
ein Land mit außerordentlicher linguistischer Vielfalt, die aber
aufgrund der Abgeschiedenheit noch nicht sehr weit erforscht ist. So
ist die genaue Anzahl der unterscheidbaren Sprachen unbekannt und
wird mit 70 bis 120 angegeben. Die Sprachen gehören zu vier
verschiedenen Sprachgruppen:
-
Kam-Tai-Sprachen, deren südwestliche und nördliche Zweige
bereits seit etwa 2000 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Laos
gesprochen werden. Die Anwesenheit dieser Sprachen ist das
Ergebnis der Südwestmigration von Tai-Völkern aus Südwestchina vor
etwa 2000 Jahren. Zu den Tai-Sprachen gehört auch die Amtssprache
des Landes, die
Laotische Sprache.
-
Mon-Khmer-Sprachen, die vor der Ankunft aller anderen Sprachen
vorherrschten. Sie sind geographisch am weitesten verbreitet und
weisen die höchste interne Diversität auf. Viele dieser Sprachen
stehen jedoch kurz vor dem Aussterben, andere, speziell im Norden
verbreitete Sprachen, sind fester Bestandteil des Kulturlebens der
dortigen Bevölkerung, wie etwa das
Khmu.
-
Miao-Yao-Sprachen werden in Laos erst seit etwa 200 Jahren
gesprochen, sie kam mit Migranten aus Südwestchina ins Land.
-
Tibeto-Birmanische Sprachen (Lolo-Birmanischer Zweig).
Die Amtssprache in Laos ist
Laotisch, welche eine
Tonsprache ist und große Ähnlichkeit zum
Thai hat. Sie wird von etwa 2 Millionen Menschen in Laos als
Muttersprache gesprochen, dazu kommen etwa 20 Millionen Personen in
Nordthailand, die einen Thai-Dialekt sprechen, der sehr ähnlich dem
Laotischen ist. Das Laotische ist zur Kommunikationssprache zwischen
den laotischen und nichtlaotischen Volksgruppen des Landes geworden.
Es gibt eine eigene laotische Schrift, welche mit dem
Sanskrit verwandt ist. Es ist ein
phonetisches Alphabet, was bedeutet, dass man die Wörter
schreibt, wie sie ausgesprochen werden. Die Töne werden durch die
Kombinationen der Vokale
und
Konsonanten und teils durch
Diakritika deutlich gemacht.
Obwohl das Laotische Amtssprache ist und die Regierung versucht,
die Benutzung dieser Sprache im ganzen Land durchzusetzen,
beherrscht sie nicht jeder Einwohner des Landes. Das liegt vor allem
an der schwachen Infrastruktur, aber auch an der Stärke anderer
Sprachen, speziell der Hmong-Sprachen. Das Vordringen des Laotischen
geht aber schnell voran, vor allem durch die Medien und durch
Binnenmigration aus dem Bergland in die Ebenen.
Die beiden bedeutendsten Fremdsprachen in Laos sind
Thai und
Vietnamesisch. Thai ist für Laoten sehr leicht erlernbar und ist
im Land vor allem durch die thailändischen Medien präsent, jedoch
auch durch laotische Gastarbeiter, die zeitweilig in Thailand
arbeiten. Vietnamesisch wird entlang der Grenze zu Vietnam
gesprochen, um den Grenzverkehr zu erleichtern, daneben gibt es in
den Städten bedeutende Gruppen von Vietnamesen. Die
Französische Sprache ist aufgrund der kolonialen Vergangenheit
bedeutend, wird jedoch zunehmend von
Englisch, der offiziellen ASEAN-Sprache,
verdrängt.
Pha That Luang in Vientiane - Nationalsymbol von Laos
Religion
Die laotische Kultur ist sehr eng mit der Religion verbunden. Die
buddhistischen Tempel
bildeten in früheren Zeiten in jedem Dorf das geistige Zentrum. Das
Leben der laotischen Menschen war von der Religion bestimmt und die
meisten Aktivitäten erfolgten nach dem buddhistischen
Kalender. Vientiane und
Luang Prabang sind als Städte der tausend Tempel bekannt
und weisen eine große Anzahl von Beispielen traditioneller Kunst und
Architektur auf. Der Königspalast in Luang Prabang und der
That-Luang-Stupa in Vientiane sind die bekanntesten
Nationalheiligtümer in Laos.
Die Hauptglaubensrichtung in Laos ist der
Theravada-Buddhismus, der um 800 in das Gebiet des heutigen Laos
kam. Es ist eine verbreitete Sitte, dass Jungen oder junge Männer
ein paar Tage bis Wochen in einem Tempel als Mönch verbringen.
Ebenso haben viele Familien einen kleinen Altar in ihrem Haus.
Ahnenkult und
Animismus sind vor allem in der Bevölkerung der Gebirgsregionen
verbreitet, wobei diese Leute teils zum Buddhismus übergetreten
sind, ohne ihren traditionellen Glauben aufzugeben.
Kleine Gruppen von Moslems, Christen sowie Anhänger
vietnamesischer und chinesischer Sekten finden sich in den Städten.
1999 wurde das
Christentum zum öffentlichen Feind Nr. 1 ernannt. (Siehe
auch
Christenverfolgung)
Geschichte
Archäologische Funde in
Huaphanh und
Luang Prabang belegen menschliche Aktivität auf dem Gebiet des
heutigen Laos vor etwa 40.000 Jahren. Siedlungen sesshafter,
Landwirtschaft betreibender Bewohner gab es um 4000 v. Chr., während
Funde in Grabstätten aus der Zeit um 1500 v. Chr. auf eine komplexe,
entwickelte Gesellschaft schließen lassen. Ab etwa 700 v. Chr.
wurden im heutigen Laos Eisenwerkzeuge verwendet, die auf enge
Kontakte mit benachbarten indischen und chinesischen Zivilisationen
hindeuten. Die ersten Bewohner des heutigen Laos werden als
Kha-Völker bezeichnet. Die Kha-Völker besiedelten das Land um 500 n. Chr.
und lebten unter der Verwaltung des Staates Funan.
Die Wurzeln des heutigen Laos führen ins
14. Jahrhundert, als Fa Ngum das Königreich
Lan Xang, das Reich der Millionen Elefanten, gründete. Das
Königreich umfasste das gesamte heutige Laos, sowie das heutige
Nordthailand und Teile Myanmars. Es erreichte im
17. Jahrhundert unter König
Sulignavongsa seine Glanzzeit, in welcher bemerkenswerte
Kulturgüter, vor allem in Literatur und Dichtung, geschaffen wurden.
Handel und Bildung erreichten in dieser Zeit ein hohes Niveau. Das
Lan-Xang-Königreich existierte bis ins
18. Jahrhundert und zerfiel dann in drei rivalisierende
Dynastien: Luang Prabang, Vientiane und Champasak. Alle drei waren
ständigen Invasionen der mächtigeren Nachbarn aus Burma, Siam (Thailand)
und
Vietnam ausgesetzt. Siam
erreichte schließlich die
Hoheit über das Gebiet und zwang viele Bewohner von Laos dazu,
sich in siamesischem Gebiet anzusiedeln.
Ab der Mitte des
19. Jahrhunderts erlangten die Franzosen als Kolonialmacht immer
stärkeren Einfluss im kontinentalen Südostasien. Im Jahre 1893
eroberten die Franzosen die linke Uferseite des Mekong und zwangen Siam
zur Anerkennung des Mekong als Grenze. Das heutige Laos wurde als
„Protektorat Laos“ in die französische
Kolonie
Französisch-Indochina eingegliedert. Sämtliche Pläne für die
wirtschaftliche Entwicklung des Landes blieben jedoch
unverwirklicht. Im frühen 20. Jahrhundert bildeten sich in
Französisch-Indochina Widerstandsbewegungen gegen die
Kolonialherrschaft. Unter anderem gründete
Ho Chi Minh 1930 die Kommunistische Partei Indochinas, deren
Ziel die Vertreibung der Kolonialherren war.
Im
Zweiten Weltkrieg wurde Laos vorübergehend durch Japan besetzt.
Nachdem Japan bedingungslos kapituliert hatte und sich aus dem Land
zurückziehen musste, erklärte Laos am
12. Oktober 1945
seine Unabhängigkeit. Es gelangte jedoch wiederum unter die
Herrschaft der Franzosen. Am 19. Juli 1949 wurde der
französisch-laotische Vertrag unterzeichnet, der Laos zu einem
unabhängigen Mitglied innerhalb der
Union Française machen sollte. Daraufhin spaltete sich die
Lao Issara (Unabhängigkeitsbewegung), da nur ein Teil der
laotischen Unabhängigkeitskämpfer mit diesem Vertrag zufrieden war.
In den folgenden Jahren ging der Einfluss Frankreichs zurück, Wahlen
fanden statt und die USA gewannen an Einfluss. Frankreich unterlag
schließlich in Vietnam und gab am 21. Juli 1954 während der
Indochinakonferenz (Genfer Konferenz) offiziell alle
Ansprüche in Indochina auf, sagte zu, seine Truppen abzuziehen und
die Unabhängigkeit Laos' anzuerkennen, womit Laos schließlich seine
vollständige Souveränität erlangte.
Während des
Vietnamkriegs war Laos neutral und es gab keine offizielle
Kriegserklärung der Vereinigten Staaten an Laos. Trotzdem
bombardierten die US-amerikanischen Streitkräfte Laos massiv, denn
der
Ho-Chi-Minh-Pfad verlief zu einem bedeutenden Teil über
laotisches Territorium. Es wurden über Laos mehr Bomben abgeworfen
als im Zweiten Weltkrieg auf Deutschland und Japan zusammen, womit
Laos zu den schwerst bombardierten Ländern der Welt gehört.
Nach dem Ende des Vietnamkrieges übernahmen die
kommunistisch geprägten Kräfte des
Pathet Lao durch eine (im Vergleich zum Geschehen im Nachbarland
Kambodscha) unblutige
Revolution im Jahre 1975 die Macht und proklamierten am
2. Dezember 1975
die Demokratische Volksrepublik Laos. Die
Laotische Revolutionäre Volkspartei wurde zur regierenden Partei
des Landes bestimmt und der erste Premierminister,
Kaysone Phomivane blieb bis 1992 in seinem Amt. Durch politische
und wirtschaftliche Repressionen blieb das Land weithin unsicher und
instabil und etwa 10 % der Bevölkerung verließen Laos, vor allem in
Richtung
Thailand,
Frankreich, USA und
Australien.
Aufgrund von schwerwiegenden Wirtschaftsproblemen leitete Laos ab
1986 unter dem Namen Neuer ökonomischer Mechanismus eine
Öffnungs- und Reformpolitik ein mit dem Ziel, den allmählichen
Übergang von der
Plan- zur
Marktwirtschaft zu realisieren. Im Rahmen dieser Reformen wurden
Wirtschaftsliberalisierungen durchgeführt und die Beziehungen zum
Ausland verstärkt.
Auch politische Reformen werden allmählich in Angriff genommen.
So verabschiedete die Volksversammlung am
14. August 1991
die erste Verfassung seit der Machtübernahme der Kommunisten und
seit 1997
ist Laos Mitglied der ASEAN.
Einen nach wie vor ungelösten Konflikt gibt es in der Sonderzone
Saysomboun nordöstlich von Vientiane, wo es noch heute
Freiheitskämpfer gegen die kommunistische Regierung gibt. Diese
rekrutieren sich hauptsächlich aus Mitgliedern der Hmong-Minderheit
und haben sich in die Bergregionen zurückgezogen, wo sie in großer
Armut leben. Wiederholt kommt es jedoch zu Überfällen und Attentaten
in und um Vientiane und an wichtigen Verkehrswegen, denen nicht
zuletzt ausländische Touristen zum Opfer gefallen sind. Andererseits
wird auch von schweren Menschenrechtsverletzungen des Militärs im
Kampf gegen die Aufständischen berichtet.
Politik
Die
kommunistische
Laotische Revolutionäre Volkspartei (LRVP) regiert das Land
seit der
Proklamation der Demokratischen Volksrepublik Laos am
2. Dezember 1975.
Erst seit 1991 gibt es eine Verfassung (Nationalversammlung) und ein
Parlament, das seit 1997 99 Sitze hat. Seitdem gilt auch das Prinzip
der zentralisierten Demokratie, das heißt, dass die
Nationalversammlung Entscheidungen in Absprache mit den niedrigeren
Verwaltungsebenen fällt.
Legislative
Das Staatsoberhaupt von Laos ist der
Präsident, den die
Laotische Revolutionäre Volkspartei stellt und der in der Regel
auch Parteivorsitzender ist. Der Präsident ernennt den
Premierminister und seine Stellvertreter, Minister,
Provinzgouverneure und Bürgermeister der Präfekturen, wobei er sich
alle Personalentscheidungen vom Parlament bestätigen lassen muss.
Die gesetzgebende Körperschaft ist die Nationalversammlung, ein
Ein-Kammer-Parlament, welches in allgemeinen Wahlen bestimmt wird.
Es gibt pro 50.000 Menschen ein Parlamentsmitglied, wobei es pro
Provinz mindestens drei Parlamentarier geben muss. Es gibt ein
allgemeines aktives
Wahlrecht ab 18 Jahren und ein passives Wahlrecht ab 21 Jahren.
Bei den Parlamentswahlen gibt es in der Regel mehr Kandidaten als
Sitze. Die Nationalversammlung wird für einen Zeitraum von fünf
Jahren gewählt.
Aufgabe des Parlamentes ist es, Gesetzesvorschläge des
Staatspräsidenten, des ständigen Ausschusses der
Nationalversammlung, der Regierung, des Präsidenten des Obersten
Gerichtes oder der Obersten Staatsanwaltschaft zu diskutieren und zu
verabschieden. Auch Massenorganisationen dürfen unter gewissen
Voraussetzungen Gesetzesentwürfe einbringen. Das Parlament ist auch
für die Genehmigung von Wirtschaftsplanung, Budget sowie Änderungen
in der Regierung zuständig. Es wählt den Staatspräsidenten, den
Vizepräsidenten sowie die Präsidenten vom Obersten Gericht und
Staatsanwaltschaft. Es genehmigt auch Personalvorschläge des
Staatspräsidenten.
Exekutive
Der Premierminister ist auch Vorsitzender des Ministerrates und
somit höchster Repräsentant der Exekutive. Er hat eine Reihe von
Stellvertretern (nämlich die Minister für Verteidigung, Finanzen und
Äußeres). Seine Amtszeit ist wie jene der Parlamentsabgeordneten auf
fünf Jahre festgelegt.
Die Verwaltungen der Provinzen und Distrikte haben die gleiche
Struktur wie die Zentralregierung. Die Gemeindevertreter werden
andererseits von der Bevölkerung gewählt und danach vom
Provinzgouverneur formell ernannt.
Judikative
Nominell gibt es in Laos ein oberstes Gericht sowie Gerichte auf
Provinz- und Distriktebene, daneben gibt es noch Militärgerichte.
Ebenso gibt es Staatsanwaltschaften auf Landes-, Provinz- und
Distriktebene.
Die Gesetzgebung in Laos ist jedoch nicht sehr konsistent und
Rechtssicherheit ist größtenteils nicht gegeben. Für die Lösung
von Konflikten hat deshalb
Schlichtung eine große Bedeutung, und auf Gemeindeebene liegt
dies in der Regel in der Verantwortung der Dorfältesten.
Administrative Gliederung
Laos gliedert sich in 16 Provinzen (khoueng), eine
Präfektur (kampheng nakhon) sowie eine Sonderzone (khetphiset).
Darunter folgt eine Unterteilung in etwa 140 Distrikte und über
11.000 Gemeinden.
Infrastruktur
Laos verfügt über 13.000 Kilometer Straße, wovon jedoch nur etwa
1700 asphaltiert sind. Die wichtigste Straßenverbindung ist die
Nationalstraße 1, die von
Pak Mong im Norden nach
Khong im Süden führt und dabei die wichtigen Städte
Luang Prabang,
Vientiane,
Savannakhet und
Champasak quert.
Öffentlicher Verkehr mit Bussen ist momentan noch selten
anzutreffen, lediglich zwischen Vientiane und Pakse
verkehren regelmäßige Linienbusse. Ansonsten sind aufgrund
schlechter Straßenverhältnisse eher Lkw mit Holzsitzen anzutreffen.
Die Fahrzeit kann je nach Witterungslage und technischem Zustand des
Fahrzeuges länger oder kürzer dauern.
Der größte Flughafen ist der (Flughafen
von Vientiane (Wattay).
Der Luftverkehr wird von der staatlichen
Lao Airlines (früher Lao Aviation) dominiert. Sie bietet
Flüge in die Nachbarländer sowie Inlandsflüge an. Die Linie ist
jedoch hoch verschuldet, da die Ticketpreise zu niedrig sind, um die
Kosten zu decken. Der Service und auch die Sicherheit erreichen
nicht westliche Standards. Lao Airlines wird deshalb in
Zusammenarbeit mit europäischen Beratern restrukturiert und neu
ausgerichtet. Es wurde ein Joint Venture gegründet, um neue
Flugzeuge zu beschaffen. Der für Besucher interessanteste Weg, per
Flugzeug nach Laos zu gelangen, ist über Bangkok, von wo es
regelmäßig Verbindungen nach Vientiane gibt. Andere Verbindungen
werden häufig storniert.
Es gibt in Laos keine Eisenbahn, aber Pläne, Vientiane über die
Thai-Lao-Freundschaftsbrücke an das
thailändische Eisenbahnnetz anzubinden.
Ein Passagierboot auf dem
Nam Ou zwischen Nong Khiao und
Luang Prabang.
Fährboote am Hafen von Nong Khiao.
Laos verfügt über einige schiffbare Flüsse, allen voran der Mekong,
der auf etwa 1300 km schiffbar ist. Durch Stromschnellen und einen
Wasserfall hat der Mekong jedoch nur eine begrenzte Bedeutung für
den Verkehr. Andere für den Transport wichtige Flüsse sind Nam Ou,
Nam Khan,
Nam Tha,
Nam Hgur sowie
Se Don. Auf den laotischen Wasserwegen ereignen sich - vor allem
aufgrund des Einsatzes von Speedboats - überdurchschnittlich viele
Unfälle.
Das Telefonnetz von Laos deckt nach wie vor nicht das ganze Land
ab. Die Zahl der Telefonanschlüsse ist mit etwa 30.000 auch sehr
niedrig. Direkte Telefonverbindungen von und nach Laos gibt es noch
nicht sehr lange und sind sehr teuer. Laos hat vier
GSM
Mobilfunk Netze, die derzeit Ballungsgebiete und Teile der
Verkehrswege, zum Beispiel den Mekong auf vielbefahrenen Routen
abdecken.
Roaming ist seit kurzem möglich.
Internet ist in Laos ebenfalls nicht besonders weit verbreitet,
etwa 60 % der Internetbenutzer sind Ausländer, und nur 14 % der User
befinden sich außerhalb der Hauptstadt
Vientiane. Laoten gehen meist in Internet-Cafés online.
Die laotische Post gilt als ineffizient, Briefe vom Ausland nach
Laos können mehrere Wochen benötigen.
Wirtschaft
Seit
1986 versucht die laotische Regierung im Rahmen des New
Economic Mechanism (NEM) die ehemals planwirtschaftlich
organisierte
Ökonomie des Landes in eine
Marktwirtschaft umzuwandeln. So wurden nach und nach
Preisbindungen und
Subventionen abgeschafft, der Wechselkurs des Kip an
den Marktkurs angepasst, ein Bankensystem nach westlichem Vorbild
eingeführt und private Wirtschaftstätigkeit gefördert. Mit dem
Aufbau von Institutionen, die die Marktwirtschaft regeln, wie etwa
das Rechts- und Verwaltungssystem, wurde begonnen.
Die Währungseinheit in Laos ist der neue Kip. Der Warenaustausch
in den ländlichen Gebieten erfolgt aber meist im
Tauschhandel; die Geldwirtschaft beschränkt sich auf die Städte.
Die Handelsbilanz ist negativ. Die wichtigsten Exportprodukte sind Holz, Kaffee,
Stromenergie und Zinn.
Außerdem werden Kaffee, Benzoin, Harze,
Kardamom, Leder
und Häute ausgeführt. Importiert werden chemische Produkte,
Kraftfahrzeuge, Maschinen, elektrische Anlagen, Stahl und Baumwolle.
China, Thailand und Japan sind die wichtigsten Abnehmer laotischer
Waren. Thailand, China, Japan und Singapur sind die wichtigsten
Lieferanten.
Das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug 2002 1,5 Mrd. Euro, das
Pro-Kopf-Einkommen lag 2001 bei 275 Euro. Das BIP-Wachstum
belief sich in den vergangenen 15 Jahren auf jeweils sechs bis acht
Prozent, wobei sich während der
Asienkrise das Wachstum vorübergehend auf vier Prozent
verlangsamte. Der Großteil des Wachstums kommt aus der
Landwirtschaft, dem Export von Textilien, Holz und Holzprodukten,
der Elektroenergie sowie ausländischen Investitionen
(Entwicklungshilfe oder
FDI).
Landwirtschaft
Laos ist ein
Agrarstaat, ca. 80 Prozent der Bevölkerung sind in der
Landwirtschaft tätig. Sie erwirtschaften damit etwa 50 % des
laotischen BIP. Besonders für die Landwirtschaft geeignet sind die
Schwemmebenen des Mekong und seiner Nebenflüsse sowie das
Bolavens-Plateau in Südlaos. Die Böden in anderen Regionen des
Landes sind weniger fruchtbar.
Die gesamte landwirtschaftliche Aktivität befindet sich in
Privathänden. Viele der Haushalte betreiben Subsistenzwirtschaft,
insbesondere in den abgelegenen Gebieten, wo fehlende Infrastruktur
den Zugang zu den Märkten verwehrt. Reis
ist das Hauptprodukt der landwirtschaftlichen Produktion und macht
etwa 40 % des gesamten produzierten Volumens aus. Nur 10 % der
produzierten Menge wird auf den Märkten verkauft, der Rest wird von
den Bauern selbst konsumiert. Laos verfügt bei Reis über eine sehr
hohe Artenvielfalt, etwa 3000 bis 4000 Sorten sind bekannt, von
denen die meisten zu
Klebreis-Sorten gehören.
Neben Reis werden Mais,
Kartoffeln, Yams, Mungo-
und
Sojabohnen,
Erdnüsse,
Baumwolle, Zucker,
Kaffee und Tee
angebaut.
Die Landwirtschaft wird nur in den Ebenen des Mekong intensiv
betrieben. Dort liegen auch die 12 % des Ackerlandes, die künstlich
bewässert werden können. Besonders in den abgelegenen Gebieten
werden weder
Pestizide noch
Düngemittel verwendet und es gibt auch keine Bewässerung. Die
Reisproduktion ist aus diesen Gründen niedriger als in den
Nachbarländern. Etwa 2,2 Millionen Tonnen wurden im Jahr 2000
geerntet, womit sich das Land in punkto Reis selbst ernähren kann.
Die Viehzucht erwirtschaftet etwa ein Fünftel des BIP, obwohl sie
nur extensiv und mit wenig Aufwand betrieben wird. Die Bauern
erleiden häufig Verluste, wenn ihre Tiere mangels
veterinärmedizinischer Betreuung sterben oder das Fleisch nicht zum
Verkauf geeignet ist. Das Wachstumspotential in diesem Bereich ist
jedoch sehr hoch. Ähnliches gilt für die Fischproduktion.
Laos ist ein potentieller Exporteur von Lebensmitteln, betrachtet
man seine relativ geringe Bevölkerungsdichte. Dem stehen momentan
jedoch die subsistenzorientierte Wirtschaftsform, die nicht
vorhandene oder mangelhafte Infrastruktur, die schlechte Ausbildung
der Bauern sowie das Fehlen von Finanzinstitutionen im Land
entgegen.
Etwa die Hälfte des Landes ist mit Wald bewachsen, worunter sich
auch tropische Edelhölzer befinden, die für die Herstellung von
Möbeln Verwendung finden. Daneben werden aus dem Wald Gewürze, etwa
Kardamom, Rattan,
Medizin und
Baumharze gewonnen.
Industrie
Die
Industrie ist kaum entwickelt. Die wirtschaftliche Entwicklung
wird stark beeinträchtigt durch eine schlecht ausgebildete
Bevölkerung, kaum verfügbares in- und ausländisches Kapital. Die
wichtigste Industrie ist die Gewinnung von Strom aus Wasserkraft,
wobei momentan mehrere kleinere Kraftwerke in Betrieb sind und
mehrere weitere in Planung. Die Stromerzeugung ist ausnahmslos in
der Hand der staatlichen
Electricité du Laos.
Daneben werden in geringem Umfang Textilien erzeugt sowie Holz
verarbeitet. Etwa 90 % der Industrie- und Handwerksbetriebe sind
Kleinstbetriebe. Die größeren Unternehmen waren bis vor kurzem reine
Staatsunternehmen oder wurden von staatlichen Organisationen, wie
etwa dem Militär, kontrolliert.
Das Wachstum der Industrieproduktion hat sich seit der Asienkrise
verlangsamt, was vor allem auf die schlechter gewordenen
Exportmöglichkeiten zurückzuführen ist, die durch den sehr kleinen
Binnenmarkt nicht kompensiert werden können. Zudem ist das
Finanzsystem unterentwickelt: drei Staatsbanken dominieren den
Markt, haben jedoch hohe Summen an
faulen Krediten, die sie illiquid machen. Die Banken wurden zwar
schon einmal rekapitalisiert, jedoch hat eine schlechte Kreditkultur
und besonders das Leihen an staatliche Industriebetriebe dazu
geführt, dass sich neue faule Kredite angesammelt haben.
Außenhandel
Die wichtigsten Exportgüter sind Strom aus den Wasserkraftwerken
(20 % der Exporte), Holz und Holzprodukte (41%) sowie Kaffee. Zu den
wichtigsten Importgütern zählen Nahrungsmittel, Maschinen, Fahrzeuge
und andere Industriegüter. Der Außenhandel, speziell der Export,
wird durch den Mangel an Infrastruktur, die relativ weiten
Transportwege (Laos ist ein Binnenland) und durch das Fehlen von gut
ausgebildeten Arbeitskräften gebremst.
Laos importiert mehr, als es exportiert. Das entstehende
Leistungsbilanzdefizit wird durch Kapitalzuflüsse ausgeglichen, die
teils als Entwicklungshilfe oder als ausländische Investitionen
kommen. Größte Investoren in Laos sind die Nachbarländer Thailand,
China und Vietnam.
Um die einseitige Abhängigkeit von thailändischen Exporthäfen zu
bekämpfen, kooperiert Laos verstärkt mit vietnamesischen Häfen.
Tourismus
Laos ist, im Gegensatz zu
Thailand und zunehmend auch
Kambodscha oder
Vietnam, noch weitgehend unberührt von den großen
Touristenströmen. In
Vientiane ändert sich die Sperrstunde laufend, meist liegt sie
bei 23 Uhr. Aufgrund von niedrigem Prokopfeinkommen, Kommunismus,
Gesundheitsstatus und mangelnder touristischer
Infrastruktur ist das Land derzeit für Pauschaltouristen
unattraktiv. Trotzdem ist der
Tourismus einer der aufstrebenden Wirtschaftszweige und
Devisenbringer, so setzt man in Laos auf den sanften Öko- und
Kulturtourismus.
Es gibt zwei internationale Flughäfen,
Vientiane (VTE) und
Luang Prabang. Die nationale staatliche Fluggesellschaft ist
Lao Airlines mit Sitz in Vientiane.
Regelmäßige Busverbindungen gibt es auf den asphaltierten
Straßen, wohingegen in die abgelegeneren Regionen vorrangig
Kleintransporter mit
Pritschenaufbau und zwei Sitzbänken (Songthaew)
fahren. Je nach Straßenzustand und Wetter können dabei die
Reisedauern stark variieren.
Auf dem Mekong
verkehren Boote von
Huay Xay über
Luang Prabang nach
Vientiane. Diese Reise mit Übernachtungen in
Pakbeng und Luang Prabang dauert zwei bis drei Tage. Außerdem
sind Schnellboote (Speedboats)
unterwegs, die diese Strecke in nur einigen Stunden bewältigen;
allerdings sind die Schnellboote unfallanfällig, und die Passagiere
müssen Schutzhelme tragen.
Drogenproblematik
Mit
Opium sind die Bewohner des heutigen Laos seit dem 18.
Jahrhundert vertraut, als der
Opiumhandel mit den Chinesen sowie die Opiumabhängigkeit in das
Land kamen. Das Wissen über die Produktion von Opium kam im frühen
19. Jahrhundert mit den einwandernden Hmong
nach Laos. Ab 1899 ließ die französische Kolonialverwaltung in
Vietnam und später auch in Laos Opium produzieren.
Opium und andere Drogen
sind aus verschiedenen Gründen bis heute in Laos sozial anerkannt.
Für Bauern stellt die Opiumproduktion eine wichtige Einkommensquelle
dar. Opium ist bedeutend im lokalen
Tauschhandel und es kompensiert zu niedrig ausgefallene
Reisernten. Daneben hat Opium eine hohe Bedeutung in der
traditionellen laotischen Medizin.
In den frühen 1970er Jahren wurde die Anzahl der opiumabhängigen
Laoten auf 50.000 geschätzt. Im Jahr 1971
wurde die Produktion von Opium verboten, jedoch wurde in der Folge Heroin
sofort verfügbar. Für 1992 wurde geschätzt, dass etwa zwei Prozent
der Bevölkerung Opiumabhängig waren. 60 Prozent der Abhängigen waren
Bewohner der bergigen Regionen im Norden des Landes (v.a. Angehörige
der Akha, Hmong, Yao,
Lantan,
Lahu), wo der pro- Kopf-Verbrauch zwischen 1,3 und 1,8 Kilogramm
und Jahr liegt. Für 1995 wurde geschätzt, dass Laos 80 Tonnen Opium
für den eigenen Verbrauch produzierte und weiterhin 40 bis 60 Tonnen
exportierte. Damit war Laos nach
Afghanistan und
Myanmar die drittwichtigste opiumproduzierende Nation.
Erst seit 1996 sind Produktion, Handel und Gebrauch von Opium
strafbar. Trotzdem wurde für 2001 eine Zahl von 58.000
Drogenabhängigen geschätzt. In zunehmendem Maße werden neben Opium
auch Heroin,
Amphetamine und Klebstoffe konsumiert.
Die Regierung von Laos versucht in Zusammenarbeit mit dem UNDP
und Nichtregierungsorganisationen, das Problem des
Drogenmissbrauches zu bekämpfen. Schwerpunkte werden dabei darauf
gelegt, den Produzenten von Opium eine alternative Einkommensquelle
zu bieten. Parallel dazu werden Bildungsprogramme in den betroffenen
Regionen durchgeführt. Es werden Projekte zur Vorbeugung und
Behandlung von Drogenmissbrauch, die im Einklang mit der lokalen
Kultur stehen, gestartet. Daneben gibt es Maßnahmen zur Durchsetzung
des Gesetzes des Opiumhandels. Ziel ist es, im Jahr 2015 drogenfrei
zu sein.
Kultur
Medien
In Laos herrscht eine strenge Zensur und staatliche Kontrolle der
Medien. Die laotische
Nachrichtenagentur ist die "Khaosan Pathet Lao" (KPL).
Feiertage
|
Datum |
Name |
Anmerkungen |
|
1. Januar |
Neujahr |
|
|
6. Januar |
Pathet Lao Tag |
|
|
20. Januar |
Tag der Armee |
|
|
22. März |
Tag der Partei |
|
|
14. April |
Lao Neujahr |
Wasserfest |
|
1.
Mai |
Tag der Arbeit |
|
|
1. Juni |
Tag der Kinder |
|
|
13. August |
Lao Issara |
|
|
2. Dezember |
Unabhängigkeitstag |
|
Zu den offiziellen
Feiertagen in Laos gehören
Neujahr (1. Januar); Pi Mai, das laotische Neujahr,
welches nach dem
Mondkalender berechnet wird, findet meistens im Mai statt. Der
Tag der Arbeit (1. Mai) und der
Nationalfeiertag (2. Dezember) werden mit aufwendigen
Feierlichkeiten verbracht. Fällt ein Feiertag auf einen Samstag oder
Sonntag, so wird er auf den vorhergehenden oder den nachfolgenden
Arbeitstag verlegt.
Religiöse Feiertage sind Boun Bang Fai, an dem die Geburt,
Erleuchtung und der Tod Buddhas
gefeiert werden, Khao Phansa, der den Beginn der
buddhistischen Fastenzeit einläutet (Juli) und Ork Phansa,
den Ausklang der Fastenzeit (Ende Oktober). Zu diesen Anlässen
findet meist eine Feier, die die Laoten basi oder sukhwan
nennen, statt. Bei diesen Feiern werden Opfergaben (Essen und
Reiswein) beigebracht. Bei der sogenannten Schnurbindezeremonie
wünschen sich Freunde Gesundheit und Wohlstand, indem sie sich
Schnüre um die Handgelenke wickeln.
Umwelt
Durch großflächige Entwaldungen in den letzten Jahrzehnten sank
der
Grundwasserspiegel in manchen Gebieten, was zu einer prekären
Trinkwassersituation in Laos sorgt. Zudem sind durch die Vernichtung
des Lebensraumes von Flora und Fauna eine Vielzahl der Tier- und
Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Im Jahr 1996
galten 68 Arten von Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Fischen als
gefährdet. Mittlerweile sind jedoch etwa 14 % des Territoriums
geschützt. Der Wald ist vor allem durch die Holzgewinnung, durch
Rodung zur Ackerlandgewinnung und durch die Brennstoffgewinnung
gefährdet, wobei etwa 8 % des Energiebedarfs des Landes mit Holz
gedeckt werden. Der jährliche Waldverlust wird auf etwa 300.000
Hektar geschätzt.
Landschaft in Vang Vieng
Ein großes Umweltproblem von Laos sind
Blindgänger, die aus dem
Vietnamkrieg stammen. Sie machen das Land zu einem der Staaten
mit den größten Mengen an nicht explodiertem Kriegsmaterial im
Boden. Von den mehr als 2 Millionen Tonnen an Bomben, die zwischen 1964
und 1973
über Laos abgeworfen wurden, sind bis heute etwa 50 % des
Territoriums betroffen. Für einen landwirtschaftlich geprägten Staat
wie Laos stellt dies ein großes Problem dar, und es werden
regelmäßig Menschen durch Blindgänger verletzt oder getötet. Das
UXO-LAO-Projekt, welches sich mit der Aufklärung der Bevölkerung
und der Beseitigung von Blindgängern beschäftigt, ist einer der
größten Arbeitgeber des Landes und wird von der
UNDP, einigen Industriestaaten sowie von Hilfsorganisationen
finanziert.
Literatur
Belletristik
-
Tom Robbins: Villa Incognito (2003),
ISBN 3-498-05770-7.
-
Harry Thürk: Operation Mekong (1988),
ISBN 3-360-00168-0.
Sachbücher
- Asian Harm Reduction Network: The Hidden Epidemic. March 1998,
pp 80ff.
Download
- N. J. Enfield: Laos – Language situation. Language and
Cognition Group, Max Planck Institute for Psycholinguistics
Nijmegen. Mit langer Bibliographie zum Thema.
Download
- Heinz Kotte/Rüdiger Siebert: Laos, Aufbruch am Mekong (2002),
ISBN 3-895021-50-4. Aktuelles aus Gesellschaft und Politik.
- Jan Düker u. Annette Monreal: Laos (2003),
ISBN 3-7701-6142-4. Reiseführer.
- Martin H. Petrich: Vietnam, Kambodscha, Laos (2004),
ISBN 3-7701-4398-1. Kunst-Reiseführer.
- Michael Schultze: Die Geschichte von Laos (1998),
ISBN 3-8890-136-4.
- Michael Schultze: Laos-Handbuch (2004),
ISBN 3-8317-1363-4. Reiseführer.
- Michael Schultze: KulturSchock Laos (2005),
ISBN 3-831712-96-4.
-
Harry Thürk: Strasse zur Hölle. Bericht über die Schlacht an
der Strasse 9 in Laos 1971 (1984).
- Ann Helen u. Walter Unger: Laos - Land zwischen gestern und
morgen (1999),
ISBN 3-7774-8390-7.
Weblinks